Sonntag – Ruhetag? – Na, sicher nicht! Erst recht dann nicht, wenn in 10+50+40-minütiger Entfernung (Taxi+Bus+Bahn) die ersten Highland Games der neuen Saison stattfinden! Das war letztendlich ja auch der Grund, warum ich meinen Aufenthalt in Glasgow um einen Tag verlängert habe.
Ein letzter Blick auf „wetter online“ kurz vor meiner Abfahrt aus der Unterkunft meldete in Fort Matilda (Veranstaltungsgelände) noch bis 11 Uhr Regen, dann aber langsames Aufklaren – also: Regenmantel wieder raus aus der Tasche. Dann aber, um viertel nach 11 gehe ich dort aus dem Bahnhof hinaus und es beginnt – zu regnen. „Das darf doch nicht wahr sein, fxxx the App“ dachte ich mir, ging schnurstracks zum Platz der Begierde und verdrückte mich mit einem Becher „black tea“ und einem 5000-Kalorien-Tortenstück ins Zelt der örtlichen Pfadfinder.

Aber siehe da, nach wenigen Minuten hörte es doch glatt auf zu regnen und es wurde im Zeitlupentempo schöner (ZLT = wie ich weg musste, da war es dann fast wolkenlos). Es gab zwar kein Nass mehr von oben, um meinen Anorak war ich aber trotzdem froh, weil den ganzen Nachmittag ein giftiger Wind vom Meer her wehte.

Aber nun endlich zu den Highland Games: Ich war zwar noch nie in Zell am Ziller (außer bei meiner Geburt), aber die HG dürften so eine Art schottisches Gauderfest sein.

Jedenfalls singen mir jetzt noch die Ohren, denn 4 Stunden Dauerbeschallung von Blasbälgen und Trommeln – und das zeitweise von 3 oder 4 Bands zugleich – das muss erst verkraftet werden, obwohl mir diese Musik ja an-und-für-sich wirklich gut gefällt.




An die 30 Bands traten bei der „Piping Competition“ an – immer zwei zugleich, aber in mehreren Durchgängen. Einige davon waren Bands einer bestimmten Schule. Zudem spielten sich mindestens 8 oder 9 Bands ununterbrochen an allen Ecken des Geländes ein.
Dann sind da noch die „starken Männer“, die sich in den verschiedensten Disziplinen messen: 8 kg-Gewicht weit werfen, 20 kg-Gewicht über eine Hochsprunglatte werfen, eine 10 kg-Eisenkugel mit einem ein Meter langen Stiel möglichst weit schleudern (dabei dürfen sie die Füße nicht vom Boden heben – siehe Spezialschuhe), einen 14 kg-Stein weit werfen und schließlich das Baumstammwerfen.


Für die Schuh-Bilder habe ich einen der Teilnehmer abgefangen, ansonsten schauts mit Fotos leider schlecht aus, da die Zuschauer bei diesen Bewerben relativ weit „vom Schuss“ sein müssen. – Dafür ein paar sonstige Schnappschüsse:




Diese Mädchen tanzen übrigens alleine, zu zweit oder zu viert auf am Boden liegenden Schwertern herum – recht grazil anzuschauen – hier beim Training. Gleich neben dem Festival- bzw. Turniergelände fühlte man sich wie auf einem riesigen Rummelplatz mit all den wahnsinnigen Fahrgeschäften, ca. 50 Ständen sowie mit allem möglichen und unmöglichen kulinarischen und flüssigen Angebot.










Ich konnte mich nur schwer von diesem sehr urtümlichen Spektakel trennen, aber von Fort Matilda nach Glasgow fährt der Zug nur einmal pro Stunde, dann ist immer noch der Schienenersatzverkehr an der Reihe und schließlich das Taxi – allzu spät wollte ich nicht in meine Unterkunft zurückkehren.
Zum guten Glück (!?!) hatte ich als Ober-Hunde-Liebhaber im Zug noch ein solches Exemplar in Biss-Entfernung – aber der war eh ganz brav …


Morgen, Montag, gehts ab nach Liverpool, wo ich meine drei letzten Tage im United Kingdom verbringen werde, dann gehts wohl mit einem weinenden Auge (siehe Hund) ab in Richtung Kontinent …
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