Dienstag, 23. Mai, 09:00 Uhr, Busbahnhof HUELVA
Da kommte man früh genug – bereits um halb 9 – zur Abfahrtsstelle, um ja rechtzeitig vor Ort zu sein, dann erwartet einen der riesige Busbahnhof mit 29 Andockstellen für Fern-, Nahverkehrs- und Stadtbusse. Alles schön nummeriert aber nirgends Informationen zu finden, wo welcher Bus denn abfährt. Nix! Nirgends!
Da kommt dann Flaminia, eine italienische Studentin ins Spiel. Sie hat nämlich denselben Bus nach Faro/Portugal gebucht und ist – so wie ich – auf der Suche nach Informationen. Es ist zwischenzeitlich 5 vor 9 und kein ALSA-Bus in Sicht und niemand hat eine Ahnung, ob der dann bei Nr. 3 oder Nr. 18 oder Nr. 29 oder sonst wo ankommt bzw. abfährt.
Dann, um 10 nach 9 kommt doch tatsächlich der Bus aus Sevilla mit der Kopfanzeige „Faro – Lisboa“ daher. Na endlich! Nur drei Passagiere sind für die Fahrt ab Huelva gebucht, ich bin der Dritte. Zeige dem Busfahrer mein Handy mit der Buchungsbestätigung – er meint aber, mich ungläubig anschauen zu müssen. Ich schau natürlich genauso ungläubig zurück, bis er dann flüsterte: „This booking is for YESTERDAY“.

Bitte fragt mich nicht, was da bei der Online-Buchung in mich gefahren war – ich weiß es nicht (wahrscheinlich wollte ich meine Frau schon einen Tag früher treffen). Jedenfalls versuchte ich mit meinem besten Englisch und 25 Brocken Spanisch zu erklären, dass ich die Fahrt ja bezahlt hätte und unbedingt zum Flughafen Faro müsste.
Da standen wir nun, er und ich …
Mir kam natürlich zugute, dass ich nicht ausschaue wie ein kürzlich entlassener Mafia-König, sondern wie ein grundsolider, pensionierter österreichischer Mittelschullehrer.
„Rápido, rápido“ sagte der Fahrer plötzlich unter Anwendung der entsprechenden Handbewegung und ich verstand das – sehr gut sogar! Rápido verstaute ich meinen Koffer usw. im Untergeschoß des Busses und stieg so schnell es ging ein. Der Stein, der mir von Herzen fiel, den muss man 12 Minuten nach 9 wohl bis Silz gehört haben …
Das Glück war offensichtlich doppelt an meiner Seite: Einmal, weil ich auf einen netten, verständnisvollen Buschauffeur getroffen bin und zweitens, weil der Bus glücklicherweise nicht voll ausgebucht war.
Die eineinhalbstündige Fahrt von Huelva nach Faro verlief dann (dank Flaminia) sehr kurzweilig und fast pünktlich um kurz nach halb 10 konnte ich meine Frau in die Arme schließen.

Der Bürokram beim Sixt-Autoverleih ging zügig vonstatten und schon bald saßen wir in einem orange-bräunlichen Renault Captur in Richtung VILAMOURA.

Schnitt /
Am Abend dann das gleiche Wetter, wie es in Südspanien und Südportugal angeblich schon seit Tagen herrscht: Windig, kühl (ca. 16 °C) und immer wieder Regen.
Die Algarve im Mai 2023

Mittwoch, 24. Mai 2023 – ARMACAO DE PERA
„Nach Regen kommt wieder Sonnenschein“ – so heißt ein altes Sprichwort. Und siehe da, es hat sich bewahrheitet. Schon bei unserer Abfahrt aus Vilamoura hat sich das Wetter einigermaßen gebessert und wurde im Laufe des Tages so, wie man es sich in Südeuropa halt erwartet.
Das nächstes Ziel ist zugleich unser Stützpunkt für die kommenden 5 Tage: ARMACAO DE PERA, ein Städtchen mit ca. 6000 Einwohnern. Vom architektonischen Standpunkt her zu vergessen, denn es ragen zu viele Apartmenthäuser mit vielen Stockwerken in den Himmel. Trotzdem aber lieblich im alten Stadtkern und vor allem zur jetzigen Zeit in keiner Weise vom Tourismus überlaufen. Außerdem eine Ortschaft, wo sich die Preise noch nicht der allgemeinen Teuerung angepasst haben. Wo sonst bekommt man in einem Cafe noch ein Cola und ein Mineral um sagenhafte € 2,50.-?
Trotz dem vorher Erwähnten: Wie überall, wenn man mit offenen Augen durch die Gegend geht, ist so manches Kleinod zu entdecken, die Strände sind sowieso traumhaft, denn hier beginnt die „Felsenalgarve“.






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