Nachdem mich meine Frau schon in aller Herrgottsfrüh verlassen hat (zum
guten Glück nur mit der TAP in Richtung München) wollte ich auch nicht mehr
länger in Lissabon bleiben und machte mich um 07:00 Uhr zu Fuß auf den Weg zur
Metro-Station. Am meisten leid getan habe aber nicht ich MIR, sondern die
Rollen meines Koffers. Könnt ihr euch vorstellen, 1,5 km weit einen ca. 25 – 30
kg Koffer auf Lissaboner Gehsteigen zu ziehen bzw. schieben?
Anyway (weiß nicht, wie das auf spanisch heißt), 25 Minuten U-Bahn bis zum Bahnhof Oriente. Erst in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts errichtet, liegt er 15 Meter oberhalb des Straßenniveau. Von der U-Bahn bis zu dem Schalter, an dem ich meine Reservierung tätigen musste, waren es 5 oder 6 Rolltreppen in die verschiedensten Richtungen. Wäre nicht ein netter Portugiese mit mir bis ganz hinauf gefahren und hätte mir gezeigt, wohin ich muss, ich glaube ich würde heute noch auf den Rolltreppen in Lissabon herumdüsen …
Dann, um viertel nach 9 (mit 30 Min. Verspätung) endlich der
„Schnell“zug nach Faro an der Südküste. Da gehts zuerst einmal die
längste Zeit mitten durch Lissabon, z. T. nur 2 – 3 Meter an Häusern vorbei,
dann 70 Meter oberhalb des Meeres (der Tejo-Trichtermündung) ans südliche Ufer.
Durch die Vorstädte von Lissabon braust der Zug noch zeitweise mit 220 km/h
durch die Gegend, aber schon bald ändert sich die Sache: Die nächsten 100
Kilometer sind erstens eingleisig und zweitens derart kurvenreich, dass der Zug
– lt. Anzeige – mehr als eineinhalb Stunden lang mit zw. 45 und 70 km/h
dahinbummelt. Nach 3-stündiger Fahrt dann endlich: FARO.
Nachdem es von Portugal nach Spanien (und natürlich auch umgekehrt) KEINE
Bahnverbindung gibt (nicht einmal zw. Madrid und Lissabon, und das im Jahr
2023!), muss ich halt drei Stunden auf den Flixbus warten … Ist in der
heutigen Zeit mit Laptop und Handy keine Katastrophe mehr, wiewohl es mir nicht
unlieber wäre, mich mit jemandem unterhalten zu können.
In einem Cafe dann wieder Erfreuliches: 2 Klapptoast + 2 kleine Bier (0,2)
um sage und schreibe € 4,50.- wobei die beiden Toasts mit € 2,50.- den größeren
Teil ausgemacht haben. Frage: Wie viel hat dann EIN Bier gekostet??? – Die
erste richtige Antwort, die ich unten bei den Kommentaren oder per WhatsApp
bekomme, wird mit einer Ansichtskarte aus Südspanien belohnt.
(Familienmitglieder und Angestellte beim Pensionistenverein des Landes Tirol sind von der Teilnahme natürlich
ausgeschlossen!)
Der Flixbus war pünktlich, die Unterkunft vorreserviert, das Abendessen gut
und günstig – Herz, was willst du mehr?
P. S.: Dass es jetzt, wo ich das schreibe, in Südspanien regnerisch ist und
nur 17° hat, ist euch eh wurscht, oder?
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