Der heutige Sonntag war von der Sorte „zum VERGESSEN“, wäre da nicht am Abend noch JIMENA DE LA FRONTEIRA gewesen. Aber der Reihe nach:
Eines möchte ich euch mitgeben: Verlasst euch in Südspanien niemals auf irgendetwas, was euch irgendjemand bezüglich Buszeiten vorschwafelt!
Ich habe mir heute eingebildet, nach GIBRALTAR zu fahren (Zug geht da nicht) und den Felsen zu besteigen (zumindest bis zur Hälfte). Natürlich ist der Sonntag ein Problemkind, was öffentliche Verkehrsmittel anlangt. Wenn aber dann 1) Google Maps was anderes schreibt, als 2) die offizielle Seite der andalusischen Buslinien und 3) die Rezeptionistin im Hotel wieder was anderes sagt, und das dann 4) nicht mit dem übereinstimmt, was mir die Kassiererin an der Tankstelle gesagt hat und 5) die Angaben im QR-Code an der Haltestelle auch nicht stimmen, na dann Gute Nacht!
Jedenfalls bin ich geschlagene eindreiviertel Stunden mutterseelenalleine an der Bushaltestelle (in einem Industriegebiet) gesessen bzw. herumgewandert. Um viertel nach 11 ist es mir dann zu bunt geworden und ich habe (erstmals) UBER kontaktiert. Siehe da, ging ziemlich problemlos und die Fahrt war gebucht.
ES DARF DOCH NICHT WAHR SEIN: Eine Minute später kam der Bus – da blieb mir doch das Lachen im Hals stecken!!! – Schnell Uber stornieren (zur Strafe haben die Hundling /sorry!/ dann meine Fahrt am Nachmittag vom Hotel zum Bahnhof nicht angenommen!)
Also dann halt doch mit dem Bus die halbe Stunde bis zur spanisch-englischen Grenze – Passkontrollen – Gepäckskontrollen (mich haben sie nicht behelligt, da ich nur mit Geld, Kreditkarten und Personalausweis unterwegs war). Nach den Kontrollen hieß es dann warten, bis ein anderer Bus einen von der Grenze in das zwei, drei Kilometer entfernte Stadtzentrum bringt.
Was ich von dem Gibraltar halten soll, weiß ich nicht so recht. Zahlen tun sie mit Euro und engl. Pfund, reden tun sie Englisch, angeschrieben ist alles auf Englisch …




… gefahren wird jedoch RECHTS. Zum guten Glück hat sich die Lage ja wieder einigermaßen stabilisiert, nach dem Brexit hat es nämlich ganz ordentliche politische Verstimmungen zw. Spanien und England gegeben, was die Grenzkontrollen usw. angeht.
Ich hatte ja nur wenig Zeit, denn …
Zum Einen die deppate Warterei auf den Bus, zum Anderen musste ich den 17:04 Uhr Zug nach JIMENA DE LA FRONTERA erreichen – auf dieser Strecke fahren nur 3 Züge pro Tag. Warum gerade JDLF, erzähle ich euch später!
Zurück nach Gibraltar: Ein mords Trumm Felsen, ein Flughafen (mit einem Tower, der vermutlich aus dem frühen 19 Jht. stammt) …



… im Stadtzentrum nix wie Geschäfte und Futterbuden, eine Kirche, ein Schloss, eine Seilbahn, ein paar Affen (die ich nicht zu Gesicht bekommen habe). Dort und da noch ein paar kleine Siedlungen.
Ich habe die ersten 160 von ich weiß nicht, wieviel hunderten Stufen in Richtung „Rock“ genommen, um ein paar Überblicks-Fotos zu schießen:


Dann aber wieder retour, eine halbe Stunde auf den engl. Bus gewartet, Grenzkontrollen, eine dreiviertel Stunde auf den spanischen Bus gewartet, hin ins Hotel den Koffer abholen und ab zum Bahnhof.
Auf der Zugfahrt von Antequera nach Algeciras bleibt der Zug ca. 15 Mal in kleinen und kleinsten Bahnhöfen stehen. Bei einem dieser Stopps fiel mir am Samstag eben dieses JIMENA auf, das sich – von einem Schloss „bewacht“ – an einen Hügel schmiegt. Mein erster Gedanke: „Da muss ich hin!“ So habe ich dann meinen Aufenthalt in Algeciras kurzerhand um einen Tag gekürzt, schnell ein Hotel in Jimena gebucht und da sitz ich jetzt. Dieses JDLF ist derart etwas von schön, dass ich mich ebenso kurzfristig entschlossen habe, hier einen weiteren Tag anzuhängen.
Aber … der Bahnhof von J. liegt in „Los Angeles“ (so heißt die kleine Ortschaft wirklich!), von da nach J. gehts zuerst ca. einen Kilometer bergab, dann ca. einen Kilometer eben dahin und schließlich noch ca. einen Kilometer z. T. recht steil bergauf. Dass ich einen schweren Koffer dabei habe, war mir ja klar, dass am Bahnhof aber kein Taxi und auch sonst nix Derartiges zu sehen war – mit dem habe ich nicht gerechnet. O. K., dann gemma halt einmal los. Unterwegs fragte ich die einzigen zwei menschlichen Wesen, ob sie eine Tel.Nr. vom Taxi wüssten. Obwohl eine der beiden jungen Damen sogar ein bisschen Englisch sprach (was hier in Spanien eine Seltenheit ist – außer in den Touristenzentren): Fehlanzeige, sie versuchte mir irgend etwas zu erklären, was ich aber nicht verstand. — Die Bergab-Strecke war irgend wann einmal zu Ende, ebenso mein unbändiger Wille, den Koffer durch halb Spanien zu ziehen. Da stand dann rein zufällig das Feuerwehrhaus. Alle Tore waren offen und ich fand glatt zwei Diensthabende. Könnt ihr euch die Dialoge vorstellen – die beiden nullkomma Josef Englisch, ich 25 Brocken Spanisch? Mit diversen Hand- und Fußbewegungen beiderseits konnten wir uns irgendwie verständigen und einer der beiden hat die längste Zeit versucht, ein Taxi anzurufen, was offenbar jedoch nicht gelang. Sie meinten dann in wunderschönstem Spanisch, ich sollte doch beim Hotel anrufen. Die Nummer war bald gefunden und … es hat geklappt, nach weitern 20 Minuten tauchte ein Taxi auf. Ihr glaubt es kaum, aber während dieser 20 Min. haben wir uns vorzuüglich unterhalten, am Ende wusste ich über die Feuerwehrhalle Bescheid, dass ein Fahrzeug für Brände in der Stadt, eines für Waldbrände und eines für Verkehrsunfälle sei usw. Dass ich vorlauter herumfuchteln einen Muskelkater in den Armen habe, das nur so nebenbei …


Diese Unterkunft (2 * Hotel) war wohl ein Glücksgriff: Altes Haus, eine Stufe hinunter zur Straße, wunderschöner Innenhof und genauso wunderschöne Dachterrasse.




Den Ort selber werde ich dann morgen erkunden und euch darüber berichten, nur soviel noch: Als ich aus dem Haus ging, um endlich etwas Essbares zu ergattern – wer fuhr gerade am Hotel vorbei? – Richtig: Die beiden Feuerwehrmänner mit einem ihrer Fahrzeuge und wie sie herausgwinkt und -gerufen haben!
Eigentlich fällt mir jetzt auch ein Stein vom Herzen – rumpeldibumpel – ich bin endlich mit meinen Berichten wieder nach, d. h., auf aktuellem Stand

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