Hab geglaubt, i wear narrisch …

…. probierte ich doch gestern spät abends im Aufenthaltsraum meines Hotels an ca. 5 Steckdosen, dann noch im Zimmer, aber nirgends wollte mein Laptop auch nur ansatzweise Strom auf-nehmen. Deshalb auch der plötzliche Abbruch meines gestrigen Blogs – sorry for that, but it was f…… sh.. . (Keine Angst, ich werde keinen Online-Sprachkurs mit euch machen, erst recht nicht einen mit Schimpfwörtern!) – Nächster Versuch: Heute früh: NIX! Also habe ich Kabel + Adapter gepackt und mich auf den (langen) Weg zu einem dieser Handy-/Laptop-Reparaturshops gemacht. Der hatte bald einmal heraußen, dass die Zuleitung von der Steckdose zum Adapter fehlerhaft war – verkaufte mir um 7 engl. Pfund ein neues Kabel und das wars. Würde mir jeder Besucher meiner Webseite (gestern, am 1. Mai waren es immerhin unglaubliche 681) einen einzigen Cent überweisen – ich hätte meine Unkosten schon gedeckt – danke!

Kurzer Nachtrag zu gestern: Bei uns glauben immer noch viele Leute, dass man mit dem Auto durch den Ärmelkanal-Tunnel fahren kann – dem ist natürlich NICHT so. Es gibt 3 Röhren: Eine für die Züge von Frankreich nach England, eine für die umgekehrte Richtung und dazwischen einen Versorgungs- bzw. Evakuierungs-tunnel. Länge: Knapp über 50 km (also ein bissl länger als unser Arlbergtunnel mit 14 km), die Röhren verlaufen ca. 100 m unterhalb des Meeresbodens, also Ertrinkungsgefahr eher ausgeschlossen.

Letzten Endes alles pünktlich, ich erreichte noch problemlos den Zug, den ich nach SHEFFIELD geplant hatte und 2 1/2 Stunden später konnte ich schon ins Hotel einchecken.

Irgendwie kommt es mir so vor, als würde ich etwas falsch machen: Bei 15 Grad in Spanien hatte ich meine dünne Jacke an und die Leute musterten mich irgendwie komisch, weil viele von ihnen mit dicken Anoraks herumspazierten — hier wiederum, bei nur 10 Grad plus spaziere ich mit meiner dicken Jacke durch die Gegend (heute fast 10 km kreuz und quer durch Sheffield) und wieder schauen mich alle komisch an, weil die Engländer und -innen mit kurzen Hosen und kurzärmlig, oder mit knappen Tops und noch knapperen Shorts herumlaufen. Ich glaub, die Welt spinnt (oder etwa ich?).

Anyway, back to the city of Sheffield: Für viele Insider momentan das Allerwichtigste: Bis 6. Mai finden hier die Snooker-Weltmeisterschaften 2024 statt, an dem die 16 besten Spieler der Welt teilnehmen. Preisgeld für den Sieger immerhin ca. 600.000 €. Für unsereins eher unvorstellbar, dass die Tickets im „Crucible“ bis zu 600 Euro kosten. Übrigens ist dieser Veranstaltungsort seit 48 Jahren immer derselbe!

Zurück zum „everyday life“: Endlich wieder originale „baked beans“ zum Frühstück, endlich wieder siedend heißes Wasser für den Tee und endlich wieder „bacon and eggs“, wie sie besser nicht sein könnten! – Versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe Spanien (zuerst kommen meine Frau und meine Kinder, dann lang, lang nix, dann eben Spanien und Großbritannien), aber die oben genannten Dinge sind einfach für ein richtiges „breakfast“ unabdinglich.

Bevor ich zu weit abschweife, back to the facts: Sheffield hat ca. 600.000 Einwohner und ist damit die 6.-größte Stadt in England. Mehrere weltweit anerkannten Universitäten haben hier ihren Sitz, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass 60.000 (!!!) Studenten inskribiert sind. Dementsprechend auch das Leben in der Stadt: Es gibt eine Unzahl von Studentenheimen, eine unglaubliche Menge an Restaurants und Lokalen – in manchen Straßenzügen 10 oder 20 nebeneinander, von denen manche bis 3 oder gar 4 Uhr in der Früh geöffnet haben – vor 10 bis 15 Jahren noch unvorstellbar in diesem Land. Das pulsierende Leben beginnt spätestens nach Mittag, wenn die Studenten aufwachen (sorry, nicht böse gemeint!) oder die Vorlesungen zu Ende sind.

… so wie in vielen anderen Ländern lässt auch in Großbritannien die Anzahl de Kirchenbesucher drastisch nach und deshalb …

… hat man aus der Not eine Tugend gemacht und die ehem. Kirche kurzerhand zu einem Vorlesungssaal umfunktioniert, die Anwesen-heitsliste von gestern war jedenfalls recht erfreulich. – Ob so was bei uns auch einmal kommen wird???

Aber natürlich gibt es auch andere Beispiele, wie die „Sheffield Cathedral“, die sehr wohl ein Ort des Glaubens und des Betens ist und – so wie die Silzer Kathedrale – den Aposteln Peter und Paul geweiht ist. Eine weit ausladende Kirche, in der seit gestern und in den kommenden Tagen sogar ein Musical aufgeführt wird.

Übrigens, dass die Organistin

bei den Proben SO spielt …

… ist ja kein Wunder, hat sie doch ihre Schuhe woanders „geparkt“:

Noch eine nette Begegnung: Heute, am 2. Mai wird ja in vielen Städten der Bürgermeister gewählt, aber auch viele ranghohe Polizeibeamte müssen sich der Volkswahl stellen – so auch in Sheffield:

Da stürmte, während ich mich vor der Town Hall umsah, einer auf mich zu, hielt mir ganz stolz ein Foto vor die Nase und erzählte mir, dass es ihn mit dem Bürgermeister von Sheffield (der bis 30. April im Amt war) zeigt. Nun würde er aber wählen gehen und morgen versuchen, sofort eine Foto mit dem neuen Bgm. zu bekommen – das sind richtige Patrioten!

Mit den folgenden Bildern, allesamt heute (bei euch ists jetzt schon gestern) aufgenommen, möchte ich euch alleine lassen – lasst die Eindrücke aus Sheffield auf euch wirken … übrigens: Manche davon sind Querformat, anklicken ist vielleicht von Vorteil.

Nun, was steht morgen (sogar ich muss jetzt schon sagen: HEUTE) auf dem Programm? – Nachdem die „weathermen“ eine riesige Regenfront prophezeien, welche von Osten hereinströmt, werde ich mich in Richtung Westen/Nordwesten begeben, um halbwegs trocken zu bleiben – noch einmal setze ich mir das Duschtuch NICHT auf, das kann ich euch versprechen!

2 Antworten zu „Hab geglaubt, i wear narrisch …”.

  1. G.m. Earl of the UK. Let the good times roll on the isles. Take care!

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    1. I will + I will, thx!

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