THE KELPIES — hä????

… keiner kennt sie, aber alle (incl. natürlich R. H.) sind dort. Ich muss zugeben, auch ich habe erst vor einigen Monaten ein Foto gesehen und mir gedacht: „Wenn ich da einmal in der Nähe bin, das muss ich mir anschauen.“ Gesagt – getan. Zwar hat nicht einmal meine gestrigen Damenbegleitung im Zug die KELPIES gekannt, obwohl die sonst, so schien mir, alles gewusst haben. Ich ließ mich trotzdem nicht abbringen, fahr mit dem Zug heute in der Früh nach Falkirk, mit dem Bus weiter in die Außenbezirke und dann noch ca. 35 Minuten zu Fuß. – Und plötzlich tauchen sie auf. Da! – Am Horizont! – Zuerst nur teilweise zu sehen, hundert Meter weiter dann in voller Größe: THE KELPIES:

Fast bedrohlich wirken diese beiden Pferdeköpfe – 30 Meter hoch und mit jeweils 7000 Stahlplatten an der Außenhaut. Die modernen Skulpturen wurden erst vor 10 Jahren errichtet und sollen symbolisieren, wie wichtig Pferde vor langer, langer Zeit waren, als die Gegend um FALKIRK einen großen wirtschaftlichen Aufschwung genommen hat. Jetzt schon eine Touristenattraktion, denn rund-herum gibt es riesige Parkanlagen, und eine tolle Infrastruktur. Überall nur englischsprechende Leute, ich muss natürlich auch hin. Und, ehrlich gesagt, ich habe es nicht bereut.

Aber weiter, die Zeit drängt, ich möchte ja noch nach BERWICK UPON TWEED, und das nach Möglichkeit bei Tageslicht. Fußmarsch*) – Bus – 80 Minuten Zugfahrt – dann bin ich wieder einmal an einem Ort angelangt, den ich vorher nicht gekannt hatte, sondern auf den ich erst bei der Zugfahrt aufmerksam geworden bin (eigentlich ja schon im vergangenen Jahr). – Zuerst aber noch ein paar Bilder von der Zugfahrt:

Es gibt mehrere Brücken über den Fluss Tweed, diese ist jedoch die beeindruckendste. Mit einer Länge von 350 Metern und 15 Bögen steht sie nun schon seit über 170 Jahren da. Kaum zu glauben, dass sie heute noch tagtäglich zwischen 100 und 150 Züge aushält. – Ein wahres Meisterwerk!

*) Ich wäre ja eh schneller gewesen, aber nein, die Schotten müssen ja unbedingt ein paar Kurven einbauen. Dann geht man halt so dahin und plötzlich taucht (ist ja klar, bin ja in Schottland) ein einsamer Eingeborener mit seiner bagpipe auf … ist einmal was anderes!

Als Vorletztes noch eine nette Geschichte: Auf der Rückfahrt nach Perth zeigte mein Handy nur noch läppische 5 % Akkuleistung an. Da man in den Bahnhöfen sowohl vor dem Einsteigen als auch nach dem Aussteigen die Fahrkarte bzw. den Pass zeigen muss, war ich der Verzweiflung nahe. Ich fragte eine Kellnerin vom Küchen-personal, ob sie evtl. ein Ladekabel hätte, was diese leider verneinte. Eine Frau, die schräg vor mir auf der anderen Seite des Ganges (ich meine den Waggon, bitteschön, nicht den Fluß!) saß hat wohl unsere Konversation gehört, meine Tränen in den Augen bemerkt und hat mir sofort ihr Ladekabel herüber gereicht. Thank you, very kind of you!

Zum Abschluss meines heutigen Berichts möchte ich euch noch ein paar Eindrücke mitgeben, die ich in Falkirk und Berwick gesammelt habe. Zur Erinnerung: Fotos, die ich mit einem K veresehen habe, sollen angeklickt werden, damit weitere Einzelheiten zu sehen sind.

Tomorrow you will wieder von me hear!

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