Wie der Zufall halt so spielt: Eigentlich hätte ich heute geplant, in Richtung Nordwesten, nach Carlisle zu fahren. Zweieinhalb Stunden in einem Nahverkehrszug war mir dann aber doch zu viel und so entschied ich mich um halb 7 Uhr in der Früh (!), den Zug nach Leeds zu nehmen – dann sehen wir ja weiter … Dort am Bahnhof spielte ich (wie schon öfter) den ahnungslosen Touristen und sprach eine Dame an einem der Schalter an, wo stand „Tickets and Information“. Mein (auswendig gelernter) Standartsatz: „Excuse me, please, I know that you are not working for the tourist information, but …..“. Aber – es hat schon wieder gewirkt! Die Dame hat mir ein paar in der Nähe liegende, lohnende Ziele angeboten. Da ich aber überall schon war, sagte ich beim 5. Vorschlag (SKIPTON) einfach „Oh, that would be a good idea“ und 5 Minuten später saß ich schon im Zug dorthin. Irgendwie war mir diese Ortschaft schon seit dem 1974-Jahr ein Begriff – der Bahnhof hat sich zumindest, so glaube ich, nix verändert.

Dort ist mir nun das gleiche passiert, wie schon mehrmals zuvor: Ich erkundigte mich bei der Fahrdienstleiterin nach dem Weg zum Schloss, die meinte: „Come on, I´ll show you“, sauste aus ihrem ticket-office heraus, brachte mir sogar noch einen Stadtplan mit und zeigte mir vorne draußen, wohin ich gehen müsste. Aber nicht nur das, sie informierte mich, was ich wo sehen könnte, wie lange man unterwegs ist usw. Dabei ist SKIPTON (15.000 Einwohner) nicht gerade ein Bahnhof, wo gähnende Leere herrscht. — Diese Stadt war gegen Ende des 18. Jahrhunderts schon ein Zentrum der Textilindustrie – auch aufgrund der vielen Schafe, von denen ich auch schon ca. eine Mio. gesehen habe. Die alten, riesigen Stofffabriken hat man aber nicht dem Erdboden gleich gemacht, sondern restauriert und behutsam in Apartments umgebaut:


Vorbei an diesen Apartmentblöcken spazierte ich kreuz und quer durch S. und ich muss sagen: Ich war fasziniert. Ganz einfach deshalb, weil man aus einer Kleinstadt, die in den 50-er und 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts beim „Verlottern“ war, eine blühende Stadt gemacht hat. Aber seht selbst:









Dann ein paar Eindrücke (mit Beschreibung) aus der Kirche dieser Stadt:






Und schließlich ist da noch das Schloss – interessanterweise direkt neben der Kirche gelegen. Vor über 900 Jahren erbaut, ist es eine der wenigen, noch komplett erhaltenen Anlagen aus der damaligen Zeit.






Auf der Fahrt


in Richtung S. ist mir eine Haltestelle aufgefallen, die auf ein Weltkulturerbe hingewiesen hat. Da musst ich am Rückweg natürlich aussteigen und vorbei schauen. SALTAIRE (nur ca. 4000 Bewohner) hat seit 2001 den Status, weil man die ehem. Salzmühlen kunstvoll restauriert und einem neuen Verwendungszweck zugeführt hat. Das Gebäude ganz links z. B. ist jetzt eines der Zentren des National Health Service.



Zum Abschluss dieses wunderschönen Tages hat dann gerade noch gepasst, dass ich Fish & Chips gegessen habe. Aber nicht irgend welche, irgendwo, sondern in einem kleinen Laden, der heuer den 2. Platz in der britischen fish & chips-takeaway-Wertung erreicht hat. Ihr könnte euch vorstellen, wie es da zugegangen ist. Die Preise waren trotz der großartigen Auszeichnung nicht höher als sonst wo. Leider habe ich vom eigentlichen Gericht kein Foto, mir ist schon beim Anblick der Schachtel das Wasser im Mund zusammengelaufen, sodass ich gar keine Zeit mehr hatte, Fotos zu machen …

Tomorrow, my dear friends, muss I Darlington leider verlass. It goes weiter into se saus to se niar of London. Teik kär!!!

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