Kein Strom und 2 glückliche Zufälle …

Ich wollte — das habt ihr allerdings schon mehrmals gelesen — trotzdem: Ich wollte mit dem Zug nach BEJA fahren. Die Rezeptionistin hat gemeint, ein ausgedünnter Fahrplan sei trotz Streiks möglich. Holaus saust zum Bahnhof, um diese Anzeige zu sehen:

Holaus denkt sich: „A bissl spät, aber immerhin“. Im Fahrkartenschalter saß ein etwas älterer Herr, der meinte: „No trains today, next train tomorrow“. Nirgends ein Hinweisschild, keine Poster, keine Anschläge, nix – gar nix! – Aber das war ja Zufall und Glück #1, denn von Beja wäre ich mangels Strom nicht mehr nach Evora zurückgekommen.

Zufall und Glück #2: Ich kaufte also ein FLIXBUS-Ticket um 11:55 Uhr nach Beja, Ankunft um 13:10 Uhr. Durch reinen Zufall kam ich drauf, dass der letzte Bus zurück nach Evora bereits um 14:30 fahren würde. Na bravo – das heißt, Beja im Schnelldurchgang. Eine wunderschöne Stadt im Zeit-Zeit-Zeitraffer:

Aus, vorbei – zurück nach Evora. Dort hatte ich dann ab 3/4 4 noch genügend Zeit, um den Friedhof und die Altstadt (nochmals) zu besuchen.

Bei allem Respekt für die Toten – ein paar Fotos MUSSTE ich einfach machen. Der Friedhof dieser 50.000-Einwohner Stadt ist wirklich sehenswert. Da gibt es einmal die „normalen“ Gräber (tausende davon) …

… und dann noch die Familiengräber:

Und in diesen befinden sich doch glatt links und rechts übereinander gestapelt die Särge der jeweiligen Familienmitglieder.

Schon ein bisschen scary, oder? – Manche dieser FG sind vermutlich schon Jahrhunderte alt, manche eher neu, sogar mit Eingangstüre. – Und dann ist da noch das Bürohäuschen vom Friedhofswärter mit genau angegebenen Zeiten, wann dieser Herr in seinem „Domizil“ anzutreffen ist.

So nebenbei: Dass es in ganz Portugal bis in die Nacht hinein keinen Strom gab, checkte ich erst nach mehreren WhatsApp-Nachrichten, die mich erreichten. Mr. Schnellchecker überlauerte erst im Nachhinein, warum in Beja die Fußgängerampeln nicht funktionierten, die Geschäfte dunkel und alle Kirchen sowie Museen geschlossen waren. Dasselbe auch back in Evora, wo es auch nix zu essen gab, weil alle Restaurants ein Schild mit „fechado“ ausgehängt hatten. — Aber nirgends ein Nachteil, wo nicht auch ein Vorteil: Noch nie habe ich in einem Park sooo viele Leute miteinander reden gesehen, weil niemand das Handy benutzen konnte.

Außerdem gab mir der Stromausfall und die oben genannten Zufälle umso mehr Zeit, die Altstadt kreuz und quer zu erforschen – und das hat sich rentiert!

EVORA ist wirklich schön – allerdings nur, wenn man mit offenen Augen durch die Gegend geht und z. T. abseits der „Touristenstraßen“ (die gibts natürlich auch – siehe unten, vorletzte Reihe Mitte) unterwegs ist!

Sodala, eure Zeit ist es jetzt schon nach halb 3, aber ohne Strom, ohne Essen, ohne Allem dauerts halt a bissl länger …

P. S.: Weiß jemand, von welchem Baum diese komischen Dinger stammen, die überall im Friedhof herumliegen?

P. P. S.: Gscheider wäre es gewesen, ich hätte mir SO etwas gekauft, denn wie sichs anfühlt, hat die Sonne die etwas schütteren Stellen an meinem Haupte (= fast alle) ein bisschen angeschmort …

… stay trotzdem tuned!

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