BARCELOS – Festa das Cruzes, Teil 3

Sodala – es ist jetzt 01:15 Uhr portugiesischer Zeit. Ich bin immer noch beeindruckt, sehr beeindruckt. Was ich heute abends gesehen und miterlebt habe, sprengt vieles bisher Dagewesene. Vorausschicken möchte ich, dass ich für Kitschiges nicht gerade unempfänglich bin. Wenn man sieht, was sich die Verantwortlichen da angetan haben, um eine festliche Stimmung zu schaffen, muss man vor Neid erblassen. Nicht Zehn- oder Hunderttausende, nein – ich wage zu behaupten dass es Millionen Lämpchen sind, die die Stadt zum Leuchten bringen.

Und dann noch die Kirche:

Vom Konzert um 22:00 Uhr habe ich leider nichts mitbekommen, außer die dumpfen Bässe, die durch die gesamte Altstadt hallten. – Warum? Obwohl der Zuschauerraum der Freiluftarena am Fluss ansteigend ist, war es eine Viertel Stunde nach Beginn nicht mehr möglich, von irgendwo her einen Blick auf die riesige Bühne zu erhaschen. Die Band muss in Portugal sehr bekannt sein, denn es waren – den Begeisterungsstürmen nach zu urteilen – viele Tausend Leute anwesend. Sehr positiv: Weder im Bereich der Freiluftarena noch beim an-schließenden Feuerwerk waren Betrunkene oder Randalierer auszumachen.

Apropos Feuerwerk: Ich bin im Grunde genommen kein Freund dieser Ballerei, aber was da geboten wurde, ist am ehesten noch mit den Fernsehbildern vergleichbar, die man vom Londoner Silvesterfeuerwerk kennt. 15 Minuten lang wurden da heute nach ausgeklügelter Choreographie Sprengsätze gezündet, die – trotz zeitweise Regens – wunderschöne Bilder in den Nachthimmel zauberten. Begleitet von einer Lasershow und mitreißender Musik war das für mich ein Erlebnis, das so schnell wahrscheinlich nicht wieder kommt.

Ich sage deshalb „für mich“, weil an jedem der 5 Feiertage zu Mitternacht eine derartige Show abgeliefert wird und, jetzt kommts: Jedes dieser Feuerwerke hat ein anderes Motto – heute waren es das 700-Jahr Jubiläum der Brücke, die in meinen Bildern zu sehen ist.

Jedenfalls haben sich die eineinhalb Stunden, die ich auf meinem Platz ausgeharrt habe, um einen tollen Blick zu ergattern wirklich rentiert.

Schrecksekunde zu nachtschlafender Zeit: Die Rezeption in „meinem“ Hotel ist lediglich von 14:00 bis 20:00 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten gibt es eine sog. Notfallnummer. Die Dame erklärte mir, dass der große Schlüssel für die Haustüre, der kleine … eh scho wissn!

Da komm ich kurz vor ein Uhr nachts zum Hotel zurück (mit 0,0 Promille wohlgemerkt!), probiere aufzusperren – nichts! Pobiere noch einmal – wieder nichts! Probiere noch x-Male – keine Chance, die Eingangstüre aufzusperren. Macht nix, an der Türe steht ja die Telefonnummer. Nur — da meldet sich eine portugiesische Stimme (ein Tonband genau gesagt), schwafelt irgendwas daher und dann: Piep, piep, piep …

Guter Rat teuer, Senhor Holaus!?!

Während ich also so da stand, nur ich und mein (nagelneuer) Regenschirm, schwirrten mir allerhand Gedanken durch den Kopf. Dann – plötzlich – sah ich von weitem zwei Herrschaften des Weges kommen, die direkt auf das Hotel zusteuerten. Und wirklich, sie kamen näher und näher, bogen nirgends ab. — G E R E T T E T ! – Denen ihr Schlüssel sperrte und das ist auch der Grund, warum ich jetzt hier sitze und nicht unter der 700 Jahre alten Brücke!

Es reicht! – Stay tuned!

Eine Antwort zu „BARCELOS – Festa das Cruzes, Teil 3”.

  1. Truly very impressive! But don’t worry, after rain comes sunshine. Best regards.

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