… so hoch ist nämlich der „2.HöHü“ (= der zweithöchste Hügel in Buckinghamshire). Den wollte ich als gestandener Tiroler natürlich besteigen. Den Weg dorthin zu finden war allerdings gar nicht so einfach, weil derzeit die HS 2 gebaut wird.

HS 2 ist die „High Speed 2“, eine neue Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke von London nach Birmingham. Alle schimpfen darüber, weil HS 2 ca. 50 Milliar-den engl. Pfund kosten wird und – so die Briten – niemandem etwas bringen wird.
WARUM war der Weg nicht einfach? Erstens, weil durch die HS 2-Baustellen jeder Wanderweg in dieser Gegend umgeleitet wird und zweitens, weil zwar immer wieder diese Hinweise zu finden sind:

… aber es steht selten dabei, WOHIN der footpath führt. Hier ist es nämlich nicht so wie bei uns in Tirol, dass in gewissen Abständen große Steine rot-weiß bemalt werden. Große Steine gibt es hier nämlich keine (Anm.: Das war wieder einmal ein Reim des Poeten R. H.) Egal – ich hab halt immer wieder jemanden gefragt und fand letzten Endes zum Ziel. Das einzige Problem heute: Es fand ein „trailrunning-event“ statt und diese ca. 200 Teilnehmer kamen mir ununterbrochen entgegen.
Da der Weg z. T. relativ schmal war, ging ich – wenn die Läufer mir entgegen kamen – immer wieder zur Seite. Aber eines weiß ich seit heute: Die Trailrunner sind eine ausgesprochen höfliche Sorte von Menschen. Fast alle haben sich – sobald ich auf die Seite ging – beim Vorbeilaufen bedankt, und das, obwohl sie schon völlig außer Atem waren … ein kleines Beispiel:
Ich schaffte es jedenfalls (obwohl mich schon wieder ein ungeliebter Begleiter beschnupperte) …

… bis zum „Gipfel“ (da steht übrigens ein Monument zum Andenken and die Gefallenen der Burenkriege) – die Aussicht war trotz des wechselhaften Wetters ausgezeichnet..


Unterwegs erzählten mir Einheimische , was es mit den Löchern (links) auf sich hat.


Ich erfuhr, dass Hasen Löcher zum Unterschlupf graben möchten und dann aber damit aufhören, weil sich gleich unter der Erdschicht eine dicke Schicht mit Feuersteinen befindet. Das ist übrigens der Stein, mit dem viele Häuser und auch die Kirche von Wendover gebaut wurden.

Noch eine Bemerkung: Immer wieder gab es auf dieser Strecke Gatter, die nur einzeln zu durchschreiten waren. Es ist mir nicht nur einmal passiert, dass höfliche Wanderer, die mir entgegen kamen, stehen blieben und sagten: „After you“. Ich – auch höflich – entgegnete: „No, after YOU.“ Und so wundert es mich ja eh, dass ich jetzt um ein Uhr in der Früh nicht immer noch irgendwo da oben stehe, weil sich ein immerwährender Dialog entwickelte: AFTER YOU – NO, AFTER YOU – AFTER YOU – NO, AFTER YOU …….
Zurück in Wendover ist mir dann etwas widerfahren, was SO wohl nur im Vereinigten Königreich möglich ist: Eine Frau trat aus einem Haus

ins Freie und ich fragte sie, wie alt ihr Haus sei. Diese Dame erzählte mir aber nicht nur etwas über das Haus, sondern fragte mich zudem noch, ob ich mich ein wenig umschauen will. Als ich bejahte, öffnete sie noch einmal die Haustüre und rief: „John, there is a very nice man from Austria at the door. Can you show him round a bit?“ Und zu MIR gewandt: „My husband will show you round, I´m going to the cricket.“
Gesagt, getan – dieser John führte mich durch den Garten und zeigt mir alle Räume, sogar einen Blick in den Keller durfte ich wagen. John hat mir alles genau erklärt incl. der Probleme, die ein fast 300 Jahre altes Haus mit sich bringt, wenn man irgend etwas ändern möchte.






Thank you John for showing me round!
Meinen Zug hatte ich zwischenzeitlich ohnehin schon versäumt und so machte ich mich noch auf den Weg zur kleinen Kirche von Wendover. Schon der Zugangsbereich zum Grundstück ist sehenswert:


Im Inneren hat mich in erster Linie der Dachstuhl fasziniert:

Aber auch der Friedhof, der ein Sammelsurium an verschiedensten Grab-stätten aufweist, hatte es in sich – hier eine kleine Auswahl davon:






Dann aber war es höchste Zeit, den Zug zu erreichen, der eine Stunde nach dem von mir geplanten abgefahren ist …

Well – this was Sunday, June 1st. Schauen, was der morgige Tag so alles bringt. Vormittags gehts zurück nach London und von dort nach LEEDS, wo ich die kommenden 5 Tage einquartiert bin.
Stay tuned!

Hinterlasse einen Kommentar