Das, was manche von euch befürchtet bzw. böse Menschen evtl. sogar gehofft hatten, ist offensichtlich nicht eingetreten ….
Trotzdem hat das heute in der Früh schon super angefangen: Zum guten Glück habe ich noch einen Blick in die „scotrail“-App geworfen, die mir gesagt hat, dass die Züge von Bellshill nach Glasgow Central heute und morgen durch einen Schienenersatzverkehr geführt werden. So weit, so gut – sch…. nur, dass der Bus nicht 15, sondern 50 Minuten braucht, um mich zum Glasgower Hauptbahnhof zu bringen.
Dazu kam der nächste Schreck: Das Frühstück wird in meiner Unterkunft während der Woche ab 6:30 Uhr serviert, dann wirds heute, Samstag, wohl eher erst ab 7 der Fall sein. – FALSCH gedacht, Mr. Holaus, erst ab 8!!!
Also schnell Taxi auf 8:20 Uhr bestellt, Frühstück mehr schlecht als recht hinuntergewürgt und all das, damit ich wenigstens noch den Zug, der um 3/4 10 nach ABERDEEN abfährt erreiche. Das ist sich aber nur ausgegangen, weil der Busfahrer des „Rail Replacement Bus“ – obwohl gerade weggefahren – aufgrund meiner Wachteleien nach einigen Metern noch einmal stehen geblieben ist, um mich mitzunehmen.
Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt mit dem Schnellzug, teilweise ganz knapp am Meer entlang, vorbei an riesigen Feldern und Äckern sowie kilometerlangen Golfplätzen.





Kaum aus dem Bahnhof hinaus gekommen, ist mir sofort aufgefallen: Fast alle Gebäude in dieser Stadt (zumindest im erweiterten Zentrum) sind aus grauem Stein gebaut. Ganz egal, ob Kirchen, öffentliche Gebäude, Bürogebäude oder Wohnhäuser. Ganz egal, um welche Ecke ich bog – überall dasselbe. Des Rätsels Lösung: Es gab ganz in der Nähe riesige Granit-Abbaugebiete. Also hat man diesen Stein auch verwendet, um zu bauen. Jemand hat mir erzählt, dass das ein ganz besonderer Granit sein soll, bei entsprechender Sonneneinstrahlung würde er sogar funkeln.






Natürlich musste ich auch hin zum Hafen. Nicht nur die Passagierfähren zu den Shetland- und Orkney-Inseln legen hier ab, es gibt auch Frachtfähren nach Norwegen und in EU-Länder. Nicht zu vergessen, dass von hier aus viele Ölplattformen in der Nordsee mit Schiffen, die z. T. über riesige Hubschrauber-landeplätze verfügen, versorgt werden.


Mit den Fußball-Troubles in Glasgow ist es glücklicherweise nichts geworden, ich bin aber auch erst 3 Stunden nach Spielende wieder eingetroffen. Sehr wohl mitgekriegt habe ich so ca. 80 bis 100 meist jugendliche „Fans“ in Aberdeen, die von einem Großaufgebot an Polizei so halbwegs in Zaum gehalten wurden (ihr Team hatte ja auch nur 0 : 0 gespielt, also darf man wohl ein bisschen hooliganisieren, oder? – Flaschen flogen trotzdem (ich war Beobachter aus der Ferne), die schmale Straße, in der sich das abgespielt hat, glich nachher allerdings einem Schlachtfeld.
P. S.: Weil im Hintergrund gerade der Song-Contest läuft (in Liverpool werde ich übrigens Dienstag und Mittwoch sein) … gestern in Oban hat mich doch glatt eine mittelalterliche Dame mit der ich so ins Gespräch gekommen bin, wissen lassen, sie hofft, dass Austria gewinnt, weil „these two are gorgeous, I love their song“. – Patsch, das sitzt!
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