Mein allerletzter Tagestrip führte mich heute nach einiger Überlegung ins zwei Zugstunden entfernte YORK. Natürlich wäre es dorthin von Leeds aus (wo ich ja vor ca. 3 Wochen auch einige Tage stationiert war) näher gewesen, ich habs damals aber zeitlich nicht mehr unterbringen können.
Mit dem „TransPennine Express“ war es auch wieder eine zusätzliche Bahngesellschaft (ich glaube die zehnte), der ich die Ehre erwies. In York angekommen, hat mich wieder einmal die Konstruktion des Bahnhofs fasziniert



Aber das waren ja nicht die Gründe, WARUM ich nach York wollte. Vielmehr war es das „York Minster“ (nicht ‚Kathedrale‘ wohl gemerkt!), die „Shambles“ und das „National Railway Museum“.
Egal, wie man zu Sakralbauten steht, wenn jemanden das York Minster nicht in den Bann zieht, dann stimmt etwas nicht mehr (sorry!). Nach jahrhundertelanger Bauzeit wurde es 1472 fertig gestellt. Es ist 160 m lang und der Turm (der im 5. Foto ganz rechts zu sehen ist – dazu später noch) ist immerhin 72 m hoch.





Sie weiß schon, was verlangen, die hohe Geistlichkeit: Fast 20 Euro Eintritt und dann nocheinmal 8 Euro, wenn man auf den Turm will. Zusätzlich sind im ganzen Gebäude sicherlich noch an die 20 Opferstöcke und „Selbstbezahlungsautomaten“ (siehe Carlisle) aufgestellt. Kleines Detail am Rande: Ich war 1974 ebenfalls mit Interrail in York und auch im York Minster. Habe immer noch ein handgeschriebenes Zertifikat zu Hause, mit welchem mir gedankt wird, dass sie mit meiner Spende das Minster eine (!!!) Minute lang erhalten können.
Jetzt zum Turm: Das war jetzt sicherlich der letzte seiner Art, den ich für längere Zeit bestiegen habe. Gestern in Liverpool waren es noch 105 Stufen. Da sich die Herrschaften in York jedoch keinen Lift leisten, musste ich 275 Stufen bewältigen. Aber WELCHE Stufen! – Die Wendeltreppe ist so eng, dass niemals zwei Personen aneinander vorbei kommen. Deshalb zählt oben und unten jemand genau mit, dass erst dann wieder jemand hinauf gelassen wird, wenn sich niemand mehr am Dach oder auf der Treppe befindet. Zudem sind die Stufen unheimlich hoch, ich schätze so an die 25 cm und das nicht etwa gleichmäßig. Jedenfalls: In meiner „Gruppe“ waren ca. 15 Personen, alle halb so alt wie ich, aber ich habe es geschafft. Oben angekommen war der Puls zwar ident mit der Anzahl der Stufen aber nach ein bis zwei Minuten Regenerationsphase konnte ich das Handy wieder so halten, dass die Fotos nicht verschwommen wirken.





Dann die „Shambles“: Das ist eine enge, mittelalterliche Straße, an der mehrere Gebäude aus dem 14. Jhdt. stehen. Erstmals seit Beginn meines UK-Aufenthalts erlebte ich tausende Touristen, deshalb wars mit dem Fotografieren z. T. sehr schwierig. Ich habs trotzdem versucht:




Das mit dem Railway Musuem ist gleich abgehakt. Es ist in Großbritannien die größte Sammlung von alten und neuen Lokomotiven + Waggons inklusive unzähliger weiterer Ausstellungsstücke.


Weil ich bei meiner Rückkehr nach Liverpool noch immer nicht genug hatte (heute waren es at the end of the day wieder 24.000 Schritte incl. Treppen) musste ich natürlich noch einmal zu den Royal Albert Docks, um mir wenigstens die Beatles-Statue anzuschauen und habe auf dem Weg dorthin halt noch einmal ein paar Eindrücke gesammelt …






SODALA, DAS WAR’S …..


Heute genau vor einem Monat und 4 Stunden bin ich von Ötztal Bhf. abgefahren. Niemals hätte ich mir träumen lassen, eine derartig riesige Menge von außergewöhnlichen Eindrücken erleben zu dürfen. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie bereichernd jeder einzelne Tag war. So viele Dörfer, Städte, Landschaften, Menschen – das kann einen auch im fortgeschrittenen Alter noch prägen.
Darum ist es mir an dieser Stelle noch einmal ein Bedürfnis, mich bei meiner Familie zu bedanken – ihr habt diese Interrail-Reise ermöglicht und (bisher) 4 Wochen auf mich verzichten müssen. Ihr habt mitgeholfen, meinen Horizont zu erweitern und einen jahrelangen Traum Wirklichkeit werden zu lassen – D A N K E !
Ich werde morgen vormittags Liverpool und am frühen Nachmittag England verlassen. Verlassen mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Weinend, weil es mir dieses Land einfach angetan hat und ich ein riesengroßer Fan davon bin. Und weil ja niemand weiß, ob ich wieder einmal herkommen kann.
Lachend aber, weil ich nach 3-tägiger Reise an der Algarve in Portugal ankommen und dort meine liebe Frau treffen werde. Gemeinsam werden wir 8 Tage an der Algarve und in Lissabon verbringen und so meine Interrail-Reise mit unserem Urlaub verbinden.
Wie gehts mit diesem Blog weiter? — Ich weiß es nicht!
Vielleicht schreibe ich schon morgen wieder etwas, vielleicht mache ich ein paar Tage Pause, vielleicht ist mein Blog hiermit aber zu Ende?????
Ich habe versucht, euch ein wenig teilhaben zu lassen, euch ein bisschen tiefer in dieses so schöne Land eintauchen zu lassen. Habe mich bemüht, euch Land und Leute etwas näher zu bringen – ich hoffe, das alles ist mir auch gelungen.
ICH DANKE EUCH FÜRS DABEI SEIN UND FÜR EURE VIELEN KOMMENTARE!!!
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