HUELVA + NIEBLA

Ich wollte Huelva nicht verlassen, ohne die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und sonstige interessante Kleinigkeiten dieser Stadt gesehen zu haben.

Dass die Spanier sehr gläubig sind bzw. waren, begegnet einem auf Schritt und Tritt.

Aus der Kathedrale von Huelva möchte ich euch drei seltsam anmutende Sachen zeigen: Den Beichtstuhl, bei dem die Privatsphäre total gesichert ist. Die für ein derart großes Gotteshaus winzige Orgel und – die Spanier habens eher versteckt, nicht so wie die Engländer, die das in jedem Winkel stehen haben – die „Online-Geldabgabe“. Interessant ist allerdings, dass man sich hier mit geringeren Beträgen zufrieden gibt, wenn man bedenkt, dass der kleinste Betrag jenseits des Ärmelkanals mit umgerechnet 6 Euro angeschrieben ist …

Natürlich stand auch die Stierkampfarena auf meinem Programm. Nicht weil ich diese Art der Tierquälerei mag – ganz im Gegenteil, sondern weil mich derartige Bauten irgendwie faszinieren. Da fand ich gleich einmal „unten drinnen“ ein winziges Lokal, in dem am hellichten Vormittag schon die Spanier saßen, um sich zu unterhalten und ein Glaserl Wein oder ein Flascherl Bier zu trinken. Da bin ich natürlich gleich dabei, kaufte mir ein Flascherl Cruzcampo (um € 1,70.-!!!) und tat, was ich halt nie lassen kann. Dazu muss ich erklären, dass ich – wo immer es geht – einen gewissen Entdeckungsdrang verspüre. Das hatte schon einige Male sagen wir „ungünstige Situationen“ zur Folge, aber was solls?

Jedenfalls führte da vom Inneren dieses Lokals eine unscheinbare Holzstiege nach oben – ein altes Holzgitter stand offen. Ich schaute mich einmal kurz scheinheilig um, die Spanier blickten ein bisschen verdutzt drein und ich machte mich auf den Weg. Hinauf zu den Rängen und weiter und weiter, sodass ich – mit meinem Cruzcampo in der Hand – eine geschlagene Stunde lang kreuz und quer durch die gesamte Stierkampfarena schlenderte. Entlang aller Tribünen, durch das dunkle Innere, hin zur Kapelle für die Toreros und den Platz, wo die Stiere warten müssen usw. Kein Mensch hat mich behelligt – nix, gar nix! In England wäre ich schon längst auf mindestens 50 Überwachungskameras gesichtet und von Securitypersonal höflich ins Freie verwiesen worden. Zum guten Glück war kein Stier-Training angesagt – die Angst davor sieht man mir eh ein bissl an …

Sonst noch aus Huelva:

Und dann fährt doch glatt ein Zug um 15:00 Uhr wieder retour in Richtung Sevilla in das 20 Minuten entfernte NIEBLA. Bei der Herfahrt am Sonntag ist mir aufgefallen, dass da große Teile einer Stadtmauer noch stehen und – klick/klick – das muss ich mir genauer ansehen hab ich mir gedacht. Heute wars dann so weit. Ein Städtchen mit knapp über 4000 Einwohnern, aber: Die gewaltige Stadtmauer ist noch über die vollen zwei Kilometer erhalten, hat 5 Tore und mehr als 30 Wachtürme. Apropos Einwohner: Entweder waren die heute alle evakuiert, jedenfalls traf ich zwei englische Touristen und die Kassierin im Schloss (welches direkt in die Stadtmauer integriert ist) – das war dann schon alles. Irgendwie komisch, fast gruselig, aber immerhin war ich ja zur Siesta-Zeit dort. Ich würde sagen: NIEBLA – wieder einmal ein Geheimtip, der in den Reiseführern vermutlich nicht aufscheint (denk ich mir halt).

Sodala, ich freu mich schon auf morgen (eig. HEUTE, es ist ja schon halb eins vorbei), denn um 9 gehts mit dem Bus zum Flughafen Faro, den dort …

2 Antworten zu „HUELVA + NIEBLA”.

  1. Avatar von Josef Tabernig
    Josef Tabernig

    Tolle Bilder und exzellente Kommentare. So weiter. Mucha diversion.

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    1. obrigado Giuseppe … vilamoura/P

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