… am 14. Juni bin ich von meiner 58-tägigen Reise wieder in heimatliche Gefielde zurück gekehrt.



Nach wie vor vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht mehrmals an irgendwelche Erlebnisse, Begegnungen und optische Eindrücke erinnere. Wie ein „Pop-up“ tauchen Tag für Tag Landschaften, Städte, Menschen usw. in meinem Gedächtnis auf, die sich mir eingeprägt haben und damit für immer gespeichert sind.
Immer wieder ruft es in mir Erstaunen hervor, wenn mir Freunde oder Bekannte sagen, „ich würde mich das nie trauen“ oder „das würde ich nie packen“. Erstaunen deshalb, weil ich diese 58 Tage trotz anfänglicher Ungewissheit als unheimliche Bereicherung und riesige Bewusstseins-Erweiterung, nie jedoch als Last oder zu beschwerlich empfunden habe. Dass mich trotz der insgesamt einer dreiviertel Million Schritte und abertausender Stufen nur ein einziges Mal mein Bewegungsapparat geschmerzt hat, ist nicht etwa auf meine super Kondition (ganz im Gegenteil), sondern ganz einfach auf den Willen, ja beinahe die Sucht, etwas Neues zu sehen, etwas Besonderes zu entdecken zurückzuführen. Und bekanntlich wächst man ja mit der Aufgabe …
Vielleicht hat ja jemand am vergangenen Dienstag den Artikel in der TT gelesen (übrigens super verfasst – danke Thomas Parth), ein weiterer wird noch in der Zeitschrift „Mein Monat“ erscheinen. Natürlich ist es ein Privileg, wenn man mit 69 noch so eine Reise unternehmen kann/darf, trotzdem war ich ein wenig überrascht, dass mich diese beiden Redakteur:innen kontakiert haben, um Berichte über meine Interrail-Reise zu schreiben. Auch für mich war dieses Unterfangen nichts Selbstverständliches, dass es aber etwas derart Besonderes (wahrscheinlich aufgrund meines Alters) sein würde, das hätte ich mir nicht gedacht …
Nun, es ist Zeit für ein bisschen Statistik:
- mehr als eine 3/4 Million Schritte
- 47 Städte bzw. Dörfer
- 25 versch. Hotels und Pensionen
- ca. 17.000 Bahnkilometer + ca. 1000 km per Bus
- 128 versch. Züge
- 72 Bahnhöfe zum Ein-, Aus- oder Umsteigen
- Gesamtzeit in Zügen: 7 Tage, 5 Stunden, 13 Minuten
- VERGESSEN: Handy im Mäci in Paris – nach 10 Minuten wieder „abgeholt“
- VERGESSEN: Handy am Schalter in Zaragoza – nach 3 Min. wieder abg.
- VERGESSEN: kl. Spiegel im Hotel/Blackpool – neu angeschafft
- VERLOREN: 1 x Haarbandl, genug auf Reserve gehabt
- GESTOHLEN: ich nix aber auch mir nix!
Soviel zum ersten Teil meiner Statistik. Nun habe ich ja mehrmals versprochen, euch das eine oder andere genauer zu erklären – here you are:
Am 29. April blieb offen, warum ich drei Nächte in MILTON KEYNES verbringen würde, wo ich doch ein paar Tage später ganz in der Nähe (AYLESBURY) vier Nächte gebucht hatte. Nun – den Aufenthalt in Aylesbury (5. bis 9. Mai; vor, während und nach der Krönung) hatte ich schon im Februar – nicht stornierbar – gebucht. Damals war der Start meiner Reise mit 27. April geplant und das Hotel in Milton Keynes fix ab dem 28. 4. gebucht.
Auch der Nightjet von Salzburg nach Paris war bereits „unter Dach und Fach“, doch dann machten mir die Betreiber des „Eurostar“ nach London einen Strich durch die Rechnung. Pro Zug (insgesamt 750 Sitzplätze) werden nämlich nur mickrige 10 Plätze für „Interrailer“ vergeben und die waren an diesem Tag in allen Zügen bereits ausverkauft. Also musste ich meinen Reisebeginn vorverlegen, vorverlegen und noch einmal vorverlegen und so ergab sich schließlich der 14. April ab Ötztal Bahnhof. – MILTON KEYNES wählte ich eigentlich nur deshalb, weil Unterkünfte in London selbst beinahe unerschwinglich sind und ich vom selben Bahnhof starten konnte, an dem ich mit dem Eurostar angekommen bin – Fahrtzeit lediglich eine Stunde.
In meinem nächsten Blog werde ich euch unter anderem erzählen, warum bei den Briten viele Feiertage „Bank Holiday“ genannt werden.
Bis dann
liebe Grüße
R. H.
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