Genau heute vor zwei Monaten bin ich von meiner „once-in-a-lifetime“- INTERRAILreise zurückgekehrt. Zwischenzeitlich hat sich einges getan: Ohne mein aktives Zutun haben Mitarbeiter der „Tiroler Tageszeitung“ und der Zeitschrift „Mein Monat“ bezüglich eines Interviewtermins angefragt. Für diejenigen von euch, die einen oder beide – übrigens ausgezeichnet verfassten – Artikel übersehen haben, hier die Fotos davon:


Bei dieser Gelegenheit noch einmal ein herzlicher Dank an Thomas Parth von der „TT“ und Margit Offer von „Mein Monat“!
Nun aber zum Titel meines heutigen Blogs. Immer wenn ich keine Lust mehr verspürte, weiter auszuholen, habe ich geschrieben: „Mehr dazu ein anderes Mal“ oder so ähnlich. Nun – heute werde ich die ersten paar dieser Versprechungen einlösen:
Am 2. Mai habe ich über die britische Eigenheit des BANK HOLIDAY geschrie-ben. Die Bank Holidays sind eigentlich nichts anderes als Feiertage. Es gibt allerdings sog. „public holidays“ (25. und 26. Dezember, Neujahrstag, Karfreitag), und dann eben die sog. „Bank Holidays“, die immer auf einen Montag gesetzt werden. Der Ursprung geht bis 1871 zurück, damals hatten nur die Banken geschlossen, im Laufe der Zeit sind Schulen usw. dazu gekommen. Zwischenzeitlich gönnen sich die Briten im Mai sogar zwei „Bank Holiday Mondays“, nämlich den „Early May BH“ und den „Spring BH“, einen weiteren dann Ende August, der sich „Summer Bank Holiday“ nennt. Zusätzliche „BH Mondays“ gibts dann je nach Wichtigkeit (z. B. Krönungen). – Blöd sind sie ja auch nicht, die Briten: Wenn nämlich ein „public holiday“ auf einen Samstag oder Sonntag fällt – heuer z. B. der Neujahrstag – bekommen sie den darauffolgenden Montag als „Bank Holiday“ …

Am 5. Mai habe ich meine Mitgliedschaft im „Victoria Club“ in Aylesbury angesprochen. Sogenannte „social clubs“ gibt es in Großbritannien seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, der oben genannte wurde „erst“ 1877 gegründet. Die Grundidee war, die arbeitende Bevölkerung mit Getränken zu versorgen, die billiger waren (und auch heute noch sind) als in den pubs. Diese Clubs sind „members only“, d. h. man muss Mitglied sein, um Zutritt zu erhalten. Eine Mitgliedschaft zu ergattern ist allerdings gar nicht so einfach: Man muss ein Formular beibringen, auf dem mindestens zwei bereits bestehende Mitglieder bestätigen, dass sie einen persönlich kennen und dass ein ordentlicher Lebenswandel vorliegt. Dieses Ansuchen wird bei der turnusmäßigen Sitzung des „Komitees“ besprochen und dann gibt es ein JA oder aber ein NEIN. Die Mitgliedschaft muss jedes Jahr zu bestimmten Zeiten erneuert werden (Kosten ca. 20 engl. Pfund), ich habe aber bereits das zweifelhafte Privileg, seit 2019 eine „Senior Membership“ zu besitzen. Diese muss zwar auch jährlich erneuert werden, kostet aber nichts mehr.


Als Mitglied darf man pro Tag zwei Nicht-Mitglieder „einschreiben“, d. h. diese beiden können mich in den Club begleiten. Dafür bezahlt man 3 Pfund pro Gast, muss allerdings unterschreiben, dass sich die Besucher „entsprechend der Club-Regeln tadellos verhalten“. – Diese Clubs sind sehr populär, kostet doch zum Beispiel ein Bier ca. zwei Pfund weniger als in einem Pub (die Clubs bezahlen keine Steuern).
Am 9. Mai habe ich das Foto eines britischen Wunschkennzeichens in meinem Blog veröffentlicht (X8 MUM). Auf der Insel läuft das anders als bei uns: Sofern verfügbar, kann ich jedes Wunschkennzeichen haben, solange mindestens ein Buchstabe und eine Zahl drauf steht – A 1 oder 9 R wären also möglich. Das Problem stellen die Finanzen dar. Je kürzer oder auffälliger, umso teurer! Drüben gibt es unzählige Firmen, die mit Wunschkennzeichen handeln. 2021 wollte ich mir selbst ein Weihnachtsgeschenk machen – war letzten Endes dann doch zu teuer, die Nummerntafel RH 1 wurde um sage und schreibe 390.000.- englische Pfund (fast eine halbe Million Euro) verkauft. Wohlgemerkt, die Nummerntafel OHNE das dazugehörige Auto! – Die spinnen, die Briten! Übrigens: Die Nummer 1 RH wäre (keine Ahnung, warum) wesentlich billiger gewesen …

Am 12. Mai habe ich vom Bahnhof Glasgow Central geschwärmt. Um meine damalige (und auch heute noch andauernde) Begeisterung ein bisschen zu untermalen, habe ich ein paar Fotos eingefügt:




Eine wunderbare Symbiose von Stahl und Holz, eröffnet im Jahr 1879, steht dieser Bahnhof auch noch 144 Jahre später als Sinnbild für die damalige britische Architekturkunst.
Genug für heute — allerdings: Ich melde mich wieder (das ist eine Drohung!), es gibt immer noch Besonderheiten, die ich euch schuldig bin …
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