… bis ich endlich die ersten 2119 Kilometer mit nicht weniger als 9 verschiedenen Zügen geschafft habe und in der spanischen Stadt AVILA angekommen bin.

Zusätzlich zum Interrail-Pass erste Klasse waren bisher € 61.- (!!!) an Reservierungsgebühren fällig. Aber das weiß ich ja schon seit dem letzten Jahr, dass die Franzosen und Spanier ordentlich zulangen, auch wenn man nur eine Reservierung benötigt.
Das Hotel letzte Nacht war ja was Besonderes, ist es doch direkt in den Bahnhof Zaragoza integriert, d. h. aus meinem Zimmerfenster blickte ich direkt in die Bahnhofshalle. Apropos Bahnhofshalle: Diese Haltestellen, die man für die Hochgeschwindigkeitszüge extra gebaut hat haben ja fast schon unheimliche Ausmaße.

Was gibt es also an einem freien Sonntagvormittag Besseres zu tun, als die gesamte Länge der Bahnhofshalle einmal abzuschreiten – es waren nicht weniger als 647 Schritte. Bei einer durchschnittlichen Schrittlänge von 80 cm kann man sich leicht ausrechnen, welche Dimensionen die BH in Zaragoza hat …
In Madrid angekommen (das war dann aber schon mit dem Zug!) hieß es, vom Bahnhof Atocha mit einem Vorortezug zum Bahnhof Principe Pio (noch nie vorher gehört) zu fahren. Die Metro gibts in Madrid sowieso, „Cercanias“ in die Umlandgemeinden sind mit dem erste-Klasse-Ticket kostenlos.
Ich glaube, schon einmal erwähnt zu haben, dass man in Spanien sogar für die meisten Regionalzüge eine kostenpflichtige Reservierung braucht, ohne die man keine Chance hat, zum Bahnsteig zu kommen. Die erste – für mich mögliche – Verbindung um 15:15 Uhr war schon ausgebucht, also wartete ich insgesamt 2 1/2 Stunden auf den Zug, in dem ich einen freien Platz ergattern konnte. Avila ist ca. eineinhalb Stunden von Madrid entfernt – die Landschaft bis dorthin zeigt sich meist hüglig, sehr karg, aber zwischendurch immer wieder landwirtschaftlich genutzt.


Koffer ins Hotel und ab gings „in die Stadt“.



Fast hätt ichs vergessen: Die „Schaffnerin“ im Zug (jung & hübsch) war so etwas von rücksichtsvoll. Als sie ca. eine halbe Stunde nach Fahrtantritt anfing, die Tickets zu kontrollieren, waren viele der Passagiere schon eingenickt. Sie rief etwa nicht „Fahrkarten, bitte!“ durch den Waggon (auf deutsch schon dreimal nicht!), sondern weckte jeden einzelnen Fahrgast mit einer zarten Berührung auf und erledigte ihre Arbeit vollends im Flüsterton. Während des gesamten Kontrollvorgangs in meinem Waggon gab es kein einziges lautes Wort – nicht einmal, als sie mit einem jungen Burschen verhandelte, der offensichtlich keine Fahrkarte besaß und in der nächsten Station aussteigen musste. – So gehts also auch …
Ein paar Worte noch zum Abendessen: Wie man sehen kann, war der?/das? (ich kann mich nicht entscheiden) Teller recht ordentlich bestückt. Diese Mahlzeit mit einem riesigen Brocken Brot und einem kleine Bier um € 7, 50.- und das am Hauptplatz (Plaza Mayor), auf dem die Hölle los war. Aber die Inflation in Spanien ist halt auch um einiges niedriger als im teuren Österreich (hängt aber sicherlich nicht von der Regierung ab). – O. K., bevor ich jetzt zu später Stunde noch politisieren anfange, wünsche ich euch gscheider einen schönen Abend / eine gute Nacht / einen schönen Tag usw. – je nachdem!

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