HEUTE: NIX BESONDERES – ODER DOCH?

Na gut, einiges ist eigentlich schon wert, niedergeschrieben zu werden, und seien es nur Bemerkungen über die Temperatur …

Es ist schon bemerkenswert: War es gestern in Avila „nur“ ein Grad kühler als in Silz, so waren es heute in der Früh schon VIER Grad Unterschied Aber ich beklage mich ja eh nicht, jetzt (21:30 Uhr) hat es immerhin 11 Grad plus.

Heute habe ich mir vorgenommen, zwei kleine Dörfer in der Nähe von Avila zu besuchen, um ein bisschen „Landluft“ zu schnuppern.

Also, wenn man schon in einen Ort fährt, der so heißt, kann ja nix mehr schief gehen, das zergeht ja direkt auf der Zunge (viele Absender-Angaben möchte ich da aber eher nicht schreiben). Die ca. 1500 Einwohner bzw. ihre Häuser sind auf ein ziemlich großes Gebiet verstreut aber an Platz mangelt es den Spaniern bekanntlich nicht. Man ist hier allerdings noch ein bisschen „hinten“, eine Gemeindestraße kann da schon einmal so weitergehen, wie im rechten Foto.

Dafür haben sie ein Polizeiauto, einen unheimlichen Kabelsalat an den Wohnhäusern und eine geöffnete Bar, in der man sein Mittags-bier sehr günstig konsumieren kann (die Oliven gibts gratis dazu).

Nach einem 2-stündigen Dorfrundgang (die 3 Leute, denen ich begegnet bin, werden sich ihren Teil gedacht haben – den kennen wir nicht, was der wohl hier treibt?) gings weiter ins ca. 20 km entfernte NAVALPERAL. Ganze 800 Menschen wohnen dort, aber was haben sie? – Richtig: Eine Stierkampfarena, in der doch tatsächlich jedes Jahr im September zum Kirchenpatrozinium (!!!) Stierkämpfe stattfinden.

Was sonst noch (wie in vielen spanischen Dörfern) auffällt: Dorfer-neuerung wird groß geschrieben, trotzdem viele unbewohnte, z. T. verfallene Häuser. Obwohl es alles andere als heiß ist gibt es kaum Menschen auf den Straßen – vieles hat den Anschein, als ob diese Dörfer so schön langsam aussterben würden. So sind z. B. alle kleineren Bahnhöfe verwaist, versperrt, mit Graffitis beschmiert und dem Verfall preisgegeben. Kirchen sind versperrt, Läden manches-mal nur am Wochenende offen.

Natürlich musste ich auch dem „Dorfcafe“ einen Besuch abstatten und da fiel mir etwas auf:

Da erinnere ich mich an meine Interrailfahrt 1974. Damals war es in den spanischen Bars und Cafes üblich, dass vor dem „Pudel“ Sägemehl aufgestreut war. Warum? – Die Besucher, die dort an der Bar standen (damals zu 99 % Männer) waren es gewohnt, auszuspucken und alles Mögliche und Unmögliche ganz einfach auf den Boden zu werfen. Gespuckt wird heute zwar nicht mehr, aber der Wirt in diesem Lokal hat alle zwei Meter einen Mullkübel aufgestellt, in welche die Gäste Rechnungen, leere Zuckersäckchen usw. entsorgen sollten. Passt zwar noch nicht lückenlos, viel besser als früher ist es allemal …

Apropos Wirt: Der hatte die ärgste Gaudi damit, mir die gestrige Zeitung zu zeigen. Die Rückseite war ihm und seiner Frau gewidmet. Sie führen nämlich bereits seit 32 Jahren das besagte Lokal. Es war ja recht lustig – er kein Wort Englisch oder Deutsch, ich dasselbe mit Spanisch – wir haben uns trotzdem gut verstanden (wird zumindest ER sich gedacht haben).

Zurück in Avila, geplagt von Hunger, mache ich mich auf in Richtung Stadtzentrum und dann das …

Wer mich kennt, weiß, dass ich natürlich nicht aufgebe, bevor ich weiß, wo die Musik her kommt und siehe da, 100 Meter weiter war doch wirklich ein kleines Festl mitten im Park. Die autonome Region Kastilien-Leon feierte heute ihren Festtag mit diversen Veranstal-tungen. — Das hat mein Abendessen natürlich ein wenig (???) hinausgezögert …

So – genug für heute, morgen gehts weiter nach SEGOVIA. Für ungefähr 60 km Luftlinie wäre ich mit dem Zug (incl. umsteigen) drei Stunden unterwegs. Ich habe mich entschieden, mit dem Bus zu fahren, dauert eine Stunde und kostet nur zwei Euro mehr als die Reservierung im Regionalzug.

2 Antworten zu „HEUTE: NIX BESONDERES – ODER DOCH?”.

  1. Buenos dias. Estupendo! Divertirse! Buen dia. Salud.

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    1. gracias – same to you!

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