Wunderschön und abgrundschiach

Vorerst ein Rückblick auf gestern: Die überdimensionalen Babyköpfe am Bahnhof Madrid/Atocha konnte ich nicht zuordnen. Nun hat sich eine liebe Followerin als Kunstexpertin geoutet und mir folgenden Sachverhalt zukommen lassen, den ich euch nicht vorenthalten will:

Danke für diesen Hinweis!

CALAHORRA, eine Kleinstadt mit ca. 25.000 Einwohnern liegt fast genau 300 km Luftlinie nordöstlich von Madrid, auch ein Bischof *) hat hier seinen Sitz. Zudem bezeichnet sich C. als „Hauptstadt des Gemüse(s)“. Kein Wunder also, dass öffentliche Gebäude mit riesigen aufblasbaren Artischocken geschmückt sind …

*) Apropos Bischof: So langsam wirds mir unheimlich – wen habe ich heute in der Kathedrale getroffen? Richtig: Den Bischof und dazu noch einen Pfarrer. Den Bischof habe ich nicht als solchen erkannt, das hat mir erst danach ein Wärter irgendwie mitgeteilt. Er (der B.) hat mich sehr an den ehem. Bischof Stecher erinnert: Schlanke Statur und einen Rucksack am Buckel – anscheinend ist er mit dem Pfarrer auf Visite gegangen. Jedenfalls habe ich ihn angesprochen und gefragt (eigentlich mehr gefuchtelt als gefragt), ob man auf den Turm steigen kann, was er leider verneint hat. Die „Diskussion“ war sowieso abenteuerlich: Ich hab nach einigen Fuchtelversuchen auf englisch ins Handy des Pfarrers gesprochen, der hat den Übersetzer (mehrmals den falschen) eingeschaltet und ich konnte die Antwort dann ablesen. Als Geschenk bekam ich dann aber eine dicke Broschüre über die Semana Santa in Calahorra.

Abgesehen von der Kathedrale gibt es noch viele Kirchen und andere öffentliche Gebäude, die eine Wanderung durch die Altstadt sehr reizvoll machen. Auch die restlichen Impressionen aus diesem Gebiet empfinde ich persönlich als „schön“, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so erkennbar sein mag.

Wenn ich heute in der Überschrift den Begriff „abgrundschiach“ erwähnt habe, so bezieht sich das auf etwas, was offensichtlich in ganz Spanien ein riesiges Problem ist: Alte Häuser verfallen zusehends, weil am Stadtrand große Wohnsilos gebaut werden (die, wie man ganz unten rechts sieht, auch z. T. schon längst saniert gehörten). Was zurückbleibt sind meist Ruinen, die jahre- ja, jahrzehntelang nicht saniert oder abgerissen werden. Wenn es gut geht, wird eingezäunt, aber das ist eher selten der Fall. Alle nun folgenden Fotos habe ich heute bei meinem Rundgang durch Calahorra gemacht, ich musste mein Handy auf Schritt und Tritt zücken – die Auswahl wäre noch viel, viel größer – sehr erschreckend!

Auch vermeintlich Neues wird wieder abgetragen oder aber steht – so wie im rechten Bild – seit fast 7 Jahren unvollendet da.

Meine lieben Leser (selbstverständlich auch die weiblichen!) – morgen mittags gehts ab nach IRUN (wobei ich hoffe, das mit den Anschlusszügen passt, denn an mindestens zwei Stellen bis dorthin gibt es lt. RENFE einen Schienenersatzverkehr).

Übermorgen, am 1. Mai fährt der TGV vorerst einmal nach Paris …

Wenn es sich zeitlich ausgeht, möchte ich euch morgen ein kleines „best of Spanien“ präsentieren, allerdings eines, das eher die kuriosen Facetten dieses Landes zeigt. HASTA ENTONCES!

2 Antworten zu „Wunderschön und abgrundschiach”.

  1. Unübertroffene Reiseberichte. Wie schaffst du es nur, dich mit den höchsten Würdenträger, zu unterhalten??? Gratuliere, gratuliere. Ich amüsiere mich jeden Tag aufs Neue mit deinen Kommentaren. Viel Spaß und Glück weiterhin. Saludos

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    1. … weil i inzwischen halt scho heilig – na: selig gesprochen wurde!

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