Nicht, weil mir der Stoff dazu ausgegangen wäre – ganz im Gegenteil. Aber mein heutiger Ausflug in die COTSWOLDS, nordwestlich von Oxford gelegen, hat es in sich gehabt: Von der Gegend, in der ich momentan wohne, fährt an Samstagen nur alle halben Stunden ein Bus in Richtung Bahnhof. Der Zug fährt frisch nur alle Stunden einmal. Deshalb: Wecker klingelt um 06:15, damit ich um viertel nach 8 im Zug nach MORETON-IN-MARSH sitzen kann. Von dort eine weitere halbe Stunde mit dem Bus nach STOW-ON-THE-WOLD und BOURTON-ON-THE-WATER. Und glaubt mir, ich habe keine Sekunde bereut.
Beginnen wir aber wieder mit einem Kulinarik-Ausflug. Das Frühstück im Hotel war super, das „Gabelfrühstück“ im Zug eher mager. Am Abend dafür wieder „volle Tube“, ist dies doch mein letztes Wochenende in England. Eine riesige Portion selbstgemachte Nachos mit allem Drum-und-Dran sowie gebackene Zwiebelringe. Danach endlich mein „apple and berries-crumble with custard“.



Habe heute eine Menge netter Begegnungen gehabt: Eine Dame, die mich eingeladen hat, ihren Garten zu besichtigen; Eine weitere Dame, die vor 50 Jahren per Autostopp viel in Österreich herumgekommen ist (In Silz war sie anscheinend nicht, aber das war damals auch noch nicht so bekannt); Ein österreichisches Auto – das erste überhaupt, das ich auf meiner UK-Tour gesehen habe und dann noch der Chef einer „bell-ringing-brigade“.

Die oben genannte Dame hat mich – wie sie gesehen hat, dass ich fotografiere – gefragt, ob ich ihren Garten sehen möchte. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und als dann auch noch ihr „partner“ daher kam, haben wir uns die längste Weile über Gott und die Welt unterhalten. — Übrigens: Der Garten war sehenswert!



Jetzt will ich euch aber nicht mehr länger auf die Folter spannen. Die beiden Ortschaften, wegen denen (wegen derer??) ich den heutigen Ausflug gemacht habe, liegen in den Cotswold Hills, sind sehr alt und haben jeweils knapp über 3000 Einwohner. Und sie sind schön, sehr schön sogar. Wären da nicht die vielen Touristen (zu denen natürlich auch ich zähle), das war am heutigen Samstag natürlich besonders auffallend. Trotzdem gelingt es mir Gottseidank immer wieder, Bilder zu machen, auf denen nicht 283 Engländer und -innen zu sehen sind. Eigentlich sind aber fast gleich viel Chinesen da – die sind ein bissl lästig! Das zweite Übel sind natürlich die Autos. Ich kann ja nicht dauernd irgendwelche Gebäude nur vom 1. Stock aufwärts fotografieren – schade, dass sie (die Autos, nicht die Gebäude) nicht aus den Dorfkernen verbannt werden!









Obwohl es teilweise wie in einem Bienenstock zugeht, sind die Bewohner offensichtlich noch nicht tourismusmüde, wie dies in vielen anderen Destinationen immer öfter der Fall ist. Eine Einheimische hat mir erzählt, dass man sich an den Tourismus ganz einfach gewöhnt habe – Belastung? Fehlanzeige! Im letzten Bild oben rechts übrigens ist der ehem. Eingang des ältesten Pubs GBs zu sehen – urkundlich erstmals im Jahre 947 erwähnt.
Auch die folgenden Bilder möchte ich ganz einfach für sich sprechen lassen – Kommentare sind da nicht nötig!









Ja, und dann war da noch der Chef der „bell-ringing-brigade“. Zur Erinnerung:
Dieses typische englische Glockengeläute funktioniert bekanntlich ausnahmslos mit Handarbeit. Heute ist so ein Trupp Freiwilliger von Ort zu Ort gezogen. Ich habe erfahren: Die Gruppe besteht aus 14 Personen (m/w), die läuten dann eine dreiviertel Stunde fast ununterbrochen die Glocken mit Hilfe der Stricke. Da tut aber nicht jede:r, was er/sie kann, sondern das funktioniert nach einem äußerst komplizierten und ausgeklügelten System. – Für mich jedenfalls nett anzuhören.
Zum Abschluss muss ich noch etwas los werden, was ich schon längst erwähnen wollte: Jeder Schaffner, jeder Polizist, jeder Verkäufer (sind alle natürlich auch in weiblicher Form gemeint) oder zumindest 95 % davon sind derart etwas von freundlich und hilfsbereit, haben sogar meistens ein Lächeln im Gesicht. Es ist ganz normal, dass dich weibliche Bedienstete mit einem „darling“ oder „love“ ansprechen. Die Krönung war allerdings im Pub heute abends, als mir die Kassierin gar noch ein „honey“ zugehaucht hat – ist das nicht lieb?
Souda, set was it for dudei. I wisch U ä nais Sandei and – auch das finde ich äußerst nett, wenn es die Briten immer wieder sagen: „take care“, soviel wie „passt auf euch auf“.

Hinterlasse eine Antwort zu R.H. Antwort abbrechen