Noch viele Tage könnte man in Sevilla verbringen, diese Stadt ist einfach der Hammer! Heute stand allerdings schon die Fahrt mit einem Leihauto nach CADIZ am Programm. Nicht jedoch, ohne vorher einen Abstecher an den Rand des Nationalparks Coto de Donana gemacht zu haben. Genau dort liegt nämlich EL ROCIO, der bedeutendste Wallfahrtsort Andalusiens. Dieser kleine Ort mit ca. 1000 Einwohnern zieht tagtäglich viele Pilger aus ganz Spanien (und Silz) an, die die Muttergottes verehren. Zu Pfingsten kommen über eine Million Pilger hierher, um ein tagelanges Fest zu feiern. Auch interessant: Im gesamten Dorf gibt es keinen Asphalt, sondern nur Sandstraßen.







Unweit der Wallfahrtskirche hat man ein eigenes Gebäude errichtet, in dem Kerzen angezündet werden, wobei einzelne Gläubige ganze Kerzenbündel anschleppen. Hunderte Kerzen, nein Tausende! Trotz riesiger Absaugeanlagen ist die Luft dort drinnen fürchterlich – kein Wunder, dass sogar der Feuerlöscher seine rote Farbe beinahe verloren hat …





Trotz dieser Auswüchse – wir durften durch Zufall eine Hl. Messe miterleben und da spürt man ganz deutlich, wie tiefgläubig viele Menschen in Spanien immer noch sind.
Das eigentliche Ziel unserer Etappe war allerdings CADIZ. Wie man an den Fotos oben schon sieht, hat das Wetter leider umge-schlagen. Die Temperatur ist von 36/37 Grad auf 22/23 Grad zurückgegangen, die Sonne war ein seltener Gast.
Das hat uns allerdings nicht davon abgehalten, am Abend durch die Altstadt zu spazieren und da kam uns dann wieder einmal „Genosse Zufall“ zu Hilfe:
Da es in dem Lokal, in dem wir einkehrten, nichts Entsprechendes zu essen gab, zogen wir weiter und fanden eine äußerst nette Bar in einer schmalen Seitengasse. Plötzlich Lärm von der Ferne, ein gleichmäßiges, dumpfes Trommeln. Da schreckt der R. H. natürlich auf. Frau und Nachspeise zurücklassend machte ich mich auf den Weg, um herauszufinden, was da wohl im Gange war. Nach wenigen Minuten und händeringenden „Befragungen“ einiger Spanier:innen war klar: Die Herz-Jesu-Prozession bewegte sich durch die Stadt. – Also: Schnell zurück zu Frau und Nach-speise. Ohne Nachspeise, aber natürlich mit Frau ab in Richtung Prozession, die wir schließlich mit Unterbrechungen bis hin zur Kirche begleiteten.




Es ist unvorstellbar, was diese Leute leisten. Drei Stunden lang in langsamem Schritt, begleitet von vielen Priestern, Nonnen, Ehrenträgern und Polizisten sowie einer Musikkapelle zieht man durch die engen Gassen, z. T. nur zentimeterweit von den Hauswänden entfernt. Insgesamt befinden sich 64 Männer und Burschen unter dem ca. 500 kg schweren Gestell mit der Jesusfigur, um das alles in leichten Schaukelbewegungen kreuz und quer durch die Altstadt zu tragen. Ein wahres Schauspiel! Vor der Kirche werden Teile des Untergestells abgebaut, einige der Träger bewegen den oberen Teil auf Knien (!!!) durch die Kirchentür, wobei links und rechts ein bis zwei Zentimeter Spielraum sind.
Wir sind überglücklich, diese Ereignis erlebt zu haben! – Abschließend noch ein kurzes Video:

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