Am Montag gegen abends in unserer Unterkunft in ESTEPONA angekommen, ist es heute schon wieder soweit – Abreise in Richtung RONDA. In meinem letzten Blog habe ich vermerkt, dass ich mich melde, sollte „uns der Zufall etwas Besonderes bescheren“. Nun – Besonderes wurde uns nicht beschert, wenn man davon absieht, dass im Grunde genommen jedes Dorf und jedes Städtchen etwas Besonderes ist. So haben wir uns am Dienstag ESTEPONA ein wenig genauer angeschaut, am Mittwoch war MARBELLA an der Reihe und gestern (Donnerstag) war „Nichtstun“ angesagt – außer halt abends ein kleiner Ausflug zum alten Hafen. Dort haben wir dann in einem kleinen Restaurant wieder einmal mehrere Tapas konsumiert.
ESTEPONA beherbergt ca. 75.000 Einwohner. Trotzdem ist der alte Ortskern bewundernswert erhalten geblieben und wird mit viel Liebe gepflegt.









Und da sind sie auch wieder, die unsagbar günstigen Preise in kleinen Bars und Cafes: 2 Tapas + 2 kl. Bier + 2 Cola um sage und schreibe 8 Euro (Besucher inclusive). Alles was man tun muss: Ein paar Schritte weg von den Tourismus-Hotspots.


Wenn man sich an der Costa del Sol aufhält, gehört ein Besuch im Nobelbadeort MARBELLA (150.000) fast dazu. Man will ja sehen, wo die „Schönen“ und Reichen so leben, mit welchen Yachten sie unterwegs sind usw. In den 60-er und 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war M. die Hauptstadt des Jetsets. Dann, ab 1991 wollte die Stadtregierung diesen Status wieder aufleben lassen, es wurde gebaut „auf Teufel komm raus“. Das ging bis 2006 gut, damals wurden zwei Ex-Bürgermeister, 19 Stadträte, Baumeister usw. wegen Korruption verhaftet, die Regierung in Madrid hat die Stadtregierung von M. kurzerhand aufgelöst. Summe der Veruntreuungen: 2,4 Milliarden Euro. Viele der damaligen Bausünden sind heute noch zu sehen und schon wieder scheint sich die Geschichte dahingehend zu wiederholen, als dass hemmungslos gebaut wird. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass – gleich wie in Estepona – das ursprüngliche Marbella sehr gut erhalten ist. Auf Schritt und Tritt ist das Bemühen ersichtlich, Pflaster, Häuser, Parks usw. schön zu gestal-ten.






Die Kehrseite der Medaille allerdings (aus meiner Sicht gesehen) zeigt sich, sobald man 100 Meter vom historischen Kern entfernt in Richtung Yachthafen spaziert: „Gesalzene“ Preise; Security-Personal an allen Ecken und Enden; Ferraris, Lamborghinis, Bentleys fast im Kolonnenverkehr; Geschäfte, in denen „Normalsterbliche“ nie und nimmer einkaufen können; ein Nachtclub nach dem anderen und Menschen, denen man schon von weitem ansieht, dass sie Millionäre sind (oder sein möchten). Aber so solls sein – viele Menschen in Marbella und Umgebung finden Arbeitsplätze, Unternehmer verdienen ausgezeichnet und – last but not least – dem Stadtbudget beschert der Jetset gute Einnahmen.







Was von der Costa del Sol dann noch in Erinnerung bleibt, ist der abendliche Aufenthalt gestern am alten Hafen von Estepona. Ohne Touristenmassen, wunderschöne Farbenspiele und Lokale mit Kellnern, in die man sich einfach verlieben muss.







Wie hats geheißen, in der heutigen Überschrift? „Es geht alles viel zu schnell.“ Genau so ist es – es bleiben noch zwei Tage in RONDA, dann gehts mit Zwischenübernachtungen in MADRID und AVIGNON wieder nach Hause.
Eine wunderschöne Zeit neigt sich ihrem Ende zu …
P. S.: Bitte nicht als Drohung aufzufassen – aber zumindest einmal werde ich mich sicherlich noch melden!

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