Jetzt wirds Zeit, höchste Zeit – bei euch ist ja schon der 25., hier zeigen die Uhren erst halb zwölf. Wollte ja schon vor zwei Stunden anfangen zu schreiben aber dann …. ja dann hörte ich wieder einmal Musik in mein Hotelzimmer dringen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich der Sache natürlich auf den Grund gehen muss.
Also: Am 25. April 1974 fand in Portugal die sog. „Nelkenrevolution“ statt. An diesem Tag erfolgte ein Militärputsch, der die jahrzehntelange Diktatur in diesem Land beendete. Fortan war und ist Portugal eine Demokratie, so wie wir sie kennen. Das ist der Grund, warum der 25. 4. hier Nationalfeiertag ist. Die Feierlichkeiten haben eben schon heute abends begonnen und zwar mit einem Freilichtkonzert einer 3-köpfigen Truppe, die von einem kleinen Orchester begleitet wurde. Super Musik – aber hört selbst:
Drei Vollblutmusiker, denen ich einfach bis zum Schluss zuhören musste …
Aber, fangen wir von vorne an: Vigo musste ich heute schon ziemlich zeitig verlassen, es gibt nämlich nur zwei (!) Züge pro Tag, die nach Portugal fahren – einer in der Früh und einer am Abend. Ab halb elf dann zweistündiger Aufenthalt in PORTO. Züge alt, Bahnhof schön, Taxis (wie fast überall in Portugal) mit grünem Dach, Stromanschlüsse und -kabel ganz ähnlich wie in Spanien:




So nebenbei: Dass man mir in einem Postamt für einen Brief nach Österreich, der innerhalb von 2/3 Tagen ankommen würde sage und schreibe 52,50,- Euro abknöpfen wollte, war dann doch zu viel des Guten! – Entschädigt hat mich dafür die „Igreja Paronquial do Bonfim“ mit der Lage, der Übersetzung, die da lautet „Church of The Lord of Bonfim“ und dann noch mit einer Einsegnung, die gerade stattfand. Dabei wurde die Leiche erst in der Kirche zugedeckt!


Für weitere Unternehmungen hat die Zeit leider nicht gereicht, denn ich musste ja noch bis an mein heutiges Tagesziel – POMBAL. Gut gewählt würde ich sagen, denn heute abends und morgen volle „Remmidemmi“, das Hotel super (3-Stern, großes Zimmer, sauber, incl. Frühstücksbuffet um € 55,- pro Nacht) – Herz, was willst du mehr?
Endlich – die erste Burg! Thront über Pombal, wurde im 12. Jhdt. erbaut und ist über ca. 350 Stufen (pro Richtung!) erreichbar. Die Burg und der Ausblick super:


Aber: Die Weihnachtsbeleuchtung jetzt im April mutet doch etwas seltsam an …

Noch etwas: Ich habe noch nie so viele Tauben auf einem Haufen, so viele Schwalbennester auf einem Haufen und so viele Airbnb Schlüsselboxen an einem Zufahrtstor gesehen – very strange, oder, wie die Portugiesen sagen würden (zumindest die, die Deutsch können, aber die gibts eh nicht): Sehr seltsam.



Und noch was seltsames: Da kommt man doch glatt in einem portugiesischen Provinznest mit nicht einmal 20.000 Einwohnern an so was vorbei:


Nachdem man mir gesagt hatte, dass es da keine österreichische, sondern typisch portugiesische Kost gibt, habe ich mich zum Essen hingewagt – die gebratenen Doraden war ausgezeichnet – nur der Zahnarzt, der hätte mit den Viechern keine Freude (weil kein Geschäft) gehabt, alle Zandelen picobello.

Es gäbe noch so manches zu erzählen, aber nachdem jetzt auch bei mir die erste halbe Stunde vom Nationalfeiertag schon vorbei ist, werd dich den Schreibtisch verlassen … stay tuned!

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