Lissabon einmal von oben

Ja, es hat sich gestern (Freitag) noch volle gelohnt, dem Konzert beizuwohnen. Nicht weniger als 9 Sängerinnen und 10 Musiker brachten den Festplatz mit einer Mischung aus fetzigem Pop und nachdenklichem Fado zum Beben.

Noch ganz was anderes – drei Dinge finanzieller Natur: Portugal war ja von jeher eines der Länder, die von der EU sehr großzügig gefördert wurden. Daran hat sich bis heute nichts geändert:

Was sich in diesem Land immer mehr durchsetzt, sind sog. Bezahlkassen in Cafes und kleinen Restaurants: Man wirft oben Münzen ein bzw. steckt Banknoten – unten kommt das Wechselgeld heraus – sehr unpersönlich aber effektiv!

Der dritte Punkt: Immer noch lässt es sich in Portugal verhältnismäßig günstig leben. Ein riesiger Thunfischsalat mit 0,5 l Mineral um € 7.70,- oder ein kleines Bier beim Konzert € 1.20,- ganz zu schweigen von einem Schinken-Käse-Sandwich incl. Bier um € 2.50,- (das letztere in Lissabon!) – dafür gabs allerdings keine Rechnung.

Ja — was war eigentlich HEUTE (Samstag) los? Nun, nicht besonders viel (ist ja immerhin Wochenende angesagt). Ein Schnellzug, der aus Jahrzehnte altem Wagenmaterial bestand (keine autom. Türen, keine Anzeigen im Wageninneren, keine Steckdosen; Armlehnen, um die man herumturnen muss weil sie nicht aufklappbar sind usw.) brachte mich in die portugiesische Hauptstadt. Dafür aber waren die Sitze weich – sehr weich sogar …

Bis ich dann vom Bahnhof Lissabon Oriente

zu meinem Zielbahnhof am südlichen Tejo-Ufer kam, bedurfte es noch mehrerer Umsteigemanöver die nie funktioniert hätten, gäbe es nicht immer wieder hilfreiche Menschen, die einem sagen, was-wann-wo-wie.

Ganz untätig war ich dann doch nicht. Immerhin erhebt sich südlich der Tejo-Mündung eine enorme Christusstatue, „Christo Rei“ und die ist es wert bestiegen bzw. mit dem Lift befahren zu werden. Alleine schon die Entstehungsgeschichte ist interessant: 1940 gelobten die Bischöfe (bei einer Versammlung in Fatima) ein Denkmal zu errichten, sollte Portugal vom II. Weltkrieg verschont bleiben. 1949 begann man dann mit dem Bau, der nicht weniger als 10 Jahre gedauert hat. Der Sockel ist ganze 82 Meter, die Statue selbst noch einmal 28 Meter hoch. Sowohl der Ausblick von oben …

… als auch die Ansicht von unten …

… sind „breathtaking“, ABER: Beim Errichten dieses Denkmals hat man vermutlich noch nicht daran gedacht, dass eines Tages Millionen von Touristen diese Stadt überschwemmen werden, es wurde nur EIN Lift eingebaut, und der hat nur Platz für 13 Personen. Als ich am Nachmittag ankam, war die Warteschlange nicht übermäßig lang, trotzdem musste ich mehr als eine Stunde warten, bis ich an die Reihe kam. Wenn man oben aussteigt, muss man zuerst einmal 72 Stufen absolvieren und erst wenn alle 13 Liftbenützer im Freien sind, dürfen sich 13 andere Leute auf den Weg machen, um die 72 Stufen hinunter zum Lift in Angriff zu nehmen (und beides kann halt dauern, wenn ältere Leute unterwegs sind).

Insgesamt hat das Abenteuer über zwei Stunden gedauert, die waren es aber auf jeden Fall wert!

Heute gehts schon wieder weiter, und zwar ca. 100 km in Richtung Osten ins Landesinnere. EVORA wird für die kommenden 3 Tage mein „Stützpunkt“ sein. Geplant hätte ich, Ausflüge in die nähere Umgebung zu machen. „Geplant“ deshalb, weil mir die nationale Eisenbahngesellschaft vermutlich einen Strich durch die Rechnung machen will – für morgen ist ein Streik angesagt. Aber – „take it easy“ würde der Portugiese sagen – „let´s see“.

Stay tuned!

2 Antworten zu „Lissabon einmal von oben”.

  1. excellent, excellent. Gute 🎶 mit netten Mädels. Lissabon ist immer wieder einen Besuch wert. Interessante Abenteuer noch in Portugal. Ciao.

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    1. … muito obrigado!!

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