Irgendwie ist es ja komisch, oder? Warum kommen irgendwelche prominente Herrschaften immer dorthin, wo ICH gerade bin? War es 2023 der englische Parlamentspräsident und der Londoner Bürgermeister, letztes Jahr ist mir Prinzessin Anne über den Weg gelaufen und heute einer, den ich in den letzen Tagen während der Mahlzeiten immer im Fernsehen diskutieren sah: Der Chef der Sozialistischen Partei Pedro Nuno de Oliveira Santos. In Portugal gibt es am 18. Mai vorgezogene Wahlen (die 3. in drei Jahren) und der Herr P.N.d.O. war auf Wahlkampftour, er hat gute Chancen, Regierungschef zu werden. Hat sogar mir als Nichtwähler (in Portugal) die Hand geschüttelt, seitdem bleibt sie ungewaschen! – Hier nun die fanatischen Einpeitscher und der Chef selber:
Aber auch Teilen der Hl. Messe habe ich beigewohnt, dafür zwei Beweise, einmal der Chor und dann der Bischof himself.


Und dann war ja noch der Höhepunkt am heutigen Feiertag – der große Umzug am Nachmittag. Ich war zwar schon eine dreiviertel Stunde früher an dem Platz, an dem die Akteure vorbeikommen würden, aber schon zu diesem Zeitpunkt war es unmöglich, irgendwie an vordere Front zu kommen. Und zu allem Überfluss noch das: Dieser 2-stündige Aufmarsch hat religiösen Ursprung – wie kann es da der liebe Petrus zulassen, dass es eine Stunde nach Beginn zu regnen, nein: Zu schütten anfängt ….. ein Trauerspiel. Eine weitere halbe Stunde danach klarte es auf und zeitweise blinzelte sogar die Sonne durch.

Von da an war es ein Erlebnis, dabei gewesen zu sein. Angeführt wurde der Umzug von der Trommlergruppe der örtlichen Feuerwehr mit ihren goldenen Helmen. Sage und schreibe zweieinhalb Stunden trommelten die immer ein-und-denselben Rhythmus, ganz egal, ob der Zug dahinmarschierte oder gerade wieder einmal ins Stocken geriet – eine unvorstellbare Kraftanstrengung.
Was mir sonst noch ganz besonders aufgefallen ist und mich fasziniert hat: Während des gesamten Umzuges herrschte beinahe „Totenstille“. Im Gegensatz zu unseren Gefilden gab es keine Beifallskundgebungen, es wurde nie geklatscht – gar nichts. Man schaute und ließ die Akteure auf sich wirken. Hier nun einige weitere Highlights:






Übrigens: Die Bilder oben Mitte und unten rechts zeigen den Aufbau, den ich euch vorgestern noch im „Rohzustand“ gezeigt und versprochen habe, beim Umzug danach Ausschau zu halten. Hervorzuheben auch, WIE die diversen Aufbauten im Gleichschritt getragen werden und gleichzeitig mit den Stöcken Takt gegeben wird.
Was noch aufgefallen ist:








Auch bemerkenswert: Noch am späten Nachmittag reißt der Strom derjenigen Gläubigen nicht ab, die in die Kirche hineingehen, sich gegen den Uhrzeigersinn zum Hochaltar hinbewegen, dort einen Obulus ablegen um dann links hinten das Gotteshaus wieder zu verlassen. Nachdem es ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass man das Geld von den Lebenden holen muss, werden die Teller mit den Münzen alle paar Minuten in den Spendenbehälter ausgeleert damit das Spiel wieder von vorne beginnen kann.


Pause – Pause – Pause —– Also, in Österreich ist es jetzt 02:00 Uhr, ich habe mir zwischenzeitlich auch das heutige Feuerwerk gegeben und ich muss sagen, die Barcelosinesen haben sich noch einmal übertroffen. Auch wenn meiner bescheidenen Meinung nach Musik und Lichtspektakel nicht immer zusammengepasst haben, war es wiederum ein großartiges Erlebnis, dieses Mal über 20 Minuten lang.
Auch ein Holaus wird im Laufe der Jahrzehnte gscheider, deshalb habe ich mich heute (gestern) nicht – so wie am Tag vorher – an einen Platz hingestellt und diesen eineinhalb Stunden lang verteidigt, sondern bin ca. 30 Minuten vorher zum Ort des Geschehens spaziert. Eh klar, dass schon Tausende vor mir dort waren, letzten Endes habe ich aber beinahe gleich viel gesehen wie beim letzten Mal.

Mit zwei kurzen Videos möchte ich euch noch an diesem „Fogo“, wie es die Portugiesen nennen, teilhaben lassen.
P. S.: An meinen (Nicht)Reiseplänen für die Heimfahrt hat sich bis dato leider noch nichts geändert. Morgen – na: HEUTE in der Früh gehts einmal nach Madrid (3 verschiedene Züge). Da MUSS ich übernachten, weil ich keine Züge mehr buchen konnte, die am gleichen Tag von Madrid in Richtung Frankreich fahren. – Schauma, was da wohl kommen mag … Stay tuned!



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