Dass es grad möglich ist …

… dass ich in diesem Land immer wieder irgend einen Flecken finde, der ganz anders ist, als alles Bisherige.

Trotz der unsicheren Wetterprognose habe ich mich heute vormittags auf die 40-minütige Fahrt nach HEBDEN BRIDGE gewagt. Dort angekommen, sah ich vom Bahnhof aus einen Hügel, dessen „Besteigung“ ich mir eingebildet habe BEVOR ich dem eigentlichen Dorf einen Besuch abstatten wollte. Es dauerte nicht lange und ein „Eingeborener“ erklärte mir nicht nur den Weg dorthin, sondern begleitete mich sogar ca. einen Kilometer bis zu der Stelle, wo ich von der Straße abzweigen musste. Die (gemeinsame) Strecke führte zum Großteil entlang eines Kanals.

Von der oben genannten Abzweigung weg spazierte ich ca. eine halbe Stunde lang relativ steil bergauf. Unterwegs hat sich schon ein wenig das kommende Unheil abgezeichnet:

Meine kluge Frau hat mir da so etwas Komisches mitgegeben – bis ich das verdammte Ding ausgepackt und „angezogen“ hatte, war ich eh schon nass, eine Minute später hörte das berühmt-berüchtigte englische „Drizzeln“ ohnehin wieder auf.

Was mich am Ende dieser Straße erwartete, war aber nicht ein Aussichtspunkt auf dem Hügel, sondern ein Dorf namens HEPTONSTALL. In diesem Dorf mit knapp über 1000 Einwohnern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Trotzdem gibt es dort ein Post Office, welches Teil eines winzigen Ladens ist:

Und weil der Laden so klein ist, gibt es die Waren halt nur in einer beschränkten Anzahl, z. B. 3 Tomaten, 4 Orangen, 3 Knoblauch oder 4 Zitronen. Die Preise sind dementsprechend auch „pro Stück“ angeschrieben: 30 Pence pro Tomate, 75 pro Orange usw. – Äpfel gab es heute keine (mehr).

Dann fiel mir eine Kirchenruine auf:

Gleich daneben aber ein ziemlich stattliches Gotteshaus:

Wie der Zufall so spielt, kam gerade ein Kirchenverantwortlicher daher und erklärte mir, dass die alte Kirche 18hundert-irgendetwas vom Blitz getroffen wurde und niedergebrannt ist. Die neue wurde mit Spendengeldern erbaut.

Voller Stolz zeigte mir der Herr noch das, was man bei uns „Sakristei“ nennt, mit Umkleidekabine für den Pfarrer (türkis) und Kelch (rot).

Letzten Endes blieb ich fast 2 Stunden in diesem Dorf, ich konnte mich einfach nicht sattsehen an dem, was meine Augen so erblickten.

Aber genug der Schwärmereien – zurück nach HEBDEN BRIDGE fuhr ich mit einem winzigen Linienbus mit insges. 14 Sitzplätzen – denn auf mich wartete mit H.B. eine nicht minder interessante Ortschaft.

Besonders das Gebiet um den Kanal hatte es mir angetan. Ein Bootsbesitzer erzählte mir, dass er und seine Familie seit 13 Jahren auf ihrem Hausboot leben, die Kinder werden per „home-schooling“ unterrichtet.

Bei dem folgenden Motiv fiel mir dann ein Song von Deep Purple ein. Ich glaube, der ging so: „BIKE ON THE WATER, FIRE IN THE SKY …“ oder zumindest so ähnlich!

Ich könnte euch noch eine Unmenge der über 120 Fotos zeigen, die ich heute aufgenommen habe – aber bevor es langweilig wird noch ein Blick auf das heutige Abendessen. Hab ich mir redlich verdient: Viel gegangen, viel gesehen, viel hungrig gewesen …

Stay tuned!

Eine Antwort zu „Dass es grad möglich ist …”.

  1. Enjoy!

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