Leider ist E. T. (sorry, natürlich J. T.) immer noch nicht zu hundert Prozent einsatzfähig. Deshalb wurde auch heute nichts aus CLOVELLY. Für mich kein Problem, da ich schon vor 3 Jahren dort war, für meinen Kollegen schade, aber die Gesundheit geht vor.
Während er also den Großteil des Tages im Hotel bzw. mit kleinen Spaziergän-gen verbrachte, machte ich mich nach längerem Hin und Her auf den Weg ins eine Stunde entfernte PLYMOUTH. Schon nach wenigen Minuten war ich mir nicht mehr im Klaren, ob dies wohl die richtige Entscheidung war – in Silz würde man sagen: „Schean grean, aber teiflisch neblig.“

Ein Teil der Bahnstrecke nach Plymouth führt entlang der Küste. Zwischendurch könnte man sogar meinen, man fährt auf dem Meer.


Sie haben mich zwar „Willkommen“ geheißen …

… aber anscheinend vergessen, die winzigen Regentröpfchen (auf engl.: „drizzle“) abzuschalten. Diese haben mich noch eine ganze Zeitlang am Weg zum Hafen begleitet.


Dort angekommen, besuchte ich das „Mayflower“-Museum. Dieses Schiff ist 1620 von hier ausgelaufen, um zukünftige Siedler nach Amerika zu bringen, was leider auch sehr viele schlimme Nebeneffekte mit sich brachte.
Ich habe mich dann mehr der Fischerei zugewandt und bin (vielleicht nicht ganz legal) im Gelände der „Plymouth Fisheries“ herumspaziert. Da scheint die Welt der Fischer noch in Ordnung zu sein. Alle der hier angelegten Boote und noch viel mehr fahren immer noch regelmäßig aufs offene Meer hinaus, um nach den besten Fanggründen zu suchen.





Dann kam ich zufällig (oder auch nicht) mit dem Chef der „Plymouth Fisheries“ ins Gespräch. Dieser Kerl war so etwas von auskunftsfreudig und hat mir alles gezeigt und erklärt. Die Kältekammer, die diversen Fischarten, den zeitlichen und organisatorischen Ablauf usw. So erfuhr ich unter anderem, dass seit ein paar Monaten der Krabbenfang eingestellt wurde, weil diese von den Octopussen ge-fressen werden. Dafür sind die Octopusse bis zu eineinhalb Meter lang und füllen derzeit die Fischernetze nach Belieben. Leider waren diese Riesendinger alle schon ausgeliefert, Nick hat mir auf seinem Handy aber mehrere solche Prachtexemplare gezeigt.




So verbrachte ich beinahe eine Stunde auf diesem Gelände denn zu sehen gabs mehr als genug.


Kurzfristig mulmig wurde mir, als einer der Fischer seine Abfälle vor das Tor stellte und plötzlich ein Schwarm wildgewordener Möwen daher düste. Vermut-lich haben die befürchtet, ich würde ihnen was wegnehmen … Jedenfalls habe ich schleunigst das Weite gesucht, denn eine davon hat mich ganz besonders böse angeschaut und hatte es auf meine eh schon nicht gerade üppige Haar-pracht abgesehen.

Wesentlich ruhiger gings dann am und auf dem 300 Jahre alten Leuchtturm zu. Ziemlich abenteuerliche Stiegen führen in luftige Höhen …


Die Schlaf“kammer“ des Leuchtturmwächters

Oben, auf dem Balkon angelangt, wagte ich es nur ein einziges Foto zu machen. Da hat mich nämlich nach wenigen Sekunden die Höhenangst eingeholt und mich sofort wieder ins Innere des Leuchtturms getrieben – nicht ohne dass ich mich so sehr am Geländer festgehalten hatte, dass sicherlich noch meine Druckspuren vorhanden sind.

Bei meiner Rückkehr nach Exeter stellte ich fest, dass sich J. T. ein wenig erholt hatte und so gingen wir gemeinsam noch auf das traditionellste aller traditionellen Essen – da muss es einem ja besser gehen!!

Nachher – es war so gegen halb 7 – gab sich doch glatt die Sonne ein kurzes „Stelldichein“. Man möchte fast sagen: Das erste Mal seit Tagen. Aus diesem Grund mussten wir noch unbedingt kurz bei der Exeter Cathedral vorbei schauen, denn Fotos im Sonnenschein konnte ich euch bisher noch nicht liefern!


Morgen (Donnerstag) gehts nach London und von dort weiter in Richtung Nord-westen, nach CREWE.
Good night/Good morning!

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