FIG.FOZ

Also – das hätten wir einmal aufgeklärt.

Bisher habe ich euch sehr viel mit Kirchen, Ruinen, Schlössern usw. berieselt, heute einmal was ganz anderes. Der 10.000-Einwohner Badeort FIGUERA DA FOZ liegt ca. 200 km nördlich von Lissabon und ist großteils touristisch geprägt. F. hat sogar den größten Stadtstrand Europas! Ich habe mich heute mehr als 10 km weit auf den Weg gemacht, um (wie ICH glaube) ein paar interessante Motive „einzufangen“.

Das geht einmal schon los mit meinem Hotel – nicht quadratisch, nicht recht-eckig, nein: ellipsenförmig – ist halt einmal was anderes. Dass sie mich in den 12. Stock hinauf gesteckt haben, war wahrscheinlich böse Absicht …

Je höher die Hügel, umso nobler die Häuser wohlhabender Bewohner und/oder die Apartments ebenso „habender“ Touristen.

Aber – wie so oft – liegen vermutliche Schönheit und verblassende Geschichte sehr eng beieinander.

Zwischendurch einmal – damit ihr wisst, mit wem ihr es eigentlich zu tun habt:

Am Weg auf eine Anhöhe stellte ich fest, was sich die Portugiesen unter einer Leitschiene vorstellen – nämlich das:

Ich kann mir ja gut vorstellen, wie ein Auto durch die Luft fliegt, wenn es wegen zu hoher Geschwindigkeit aus der Kurve hinausgetragen wird. – Oben angelangt, hat mich kurz vor dem Parkplatz ein kleines Motorrad überholt – das waren doch glatt Landsleute!

Ich hab sie gefragt, wo genau sie her kommen – die beiden Oberösterreicher waren aber alles andere als gesprächig, so habe ich mir halt gedacht: „Rutschtz mir den Buckel hinunter, ich kann auch ohne euch leben, machz was ihr wollt“ und bin weitergegangen. Der Blick von da oben hat mich dann für die komischen Vöcklabrucker entschädigt.

Am Weg zurück in die Zivilisation musst ich natürlich am hiesigen Friedhof vorbei schauen – etwas, das mich interessiert, egal wo ich bin. Besonders hier auf der Iberischen Halbinsel faszinieren mich ganz besonders die gemauerten Gebäude, in denen z. T. die Särge von Erwachsenen auf Regalen stehen, aber auch ganz winzige, welche vermutlich die Leichen kleiner Kinder bzw. Babies beinhalten..

Zwei Mal MEER: ein Meer an Gräbern und das Meer im Hintergrund …

Jaja, das Meer … von der Gewalt des Atlantik war schon die Rede. Der Mensch kann noch so viel betonieren und mit Eisenstäben versehen – letzten Endes ist die Natur oft stärker. Das werden sich viele Leute hinter die Ohren schreiben müssen. Ob sie nun wollen oder nicht.

Eine nicht gerade gscheide Art von mir ist es, überall nachzuschauen, hinzugehen und zu fotografieren. Das steht doch glatt auf einer Anhöhe (!!) dieser – vor sich hinrottende – ehemalige Straßenbahnwagen. Was es mit dem hier in Fig.Foz auf sich hat – dazu muss ich erst morgen im Tourismusbüro Erkundigungen einziehen (soferne ich halt eine Antwort bekomme). Nahendes Hundegebell (der Stimme nach muss es ein riesengroßer gewesen sein) hat mich dann aber veranlasst, diese Gegend ein wenig schneller als normal zu verlassen.

Zum Abschluss noch ein gut gemeinter Rat: Unterschätzt am Meer den Wind nicht, und wenn er auch noch so stark weht. Der gscheide Holaus war der Meinung „Naja jetzt Mitte April brauchma no keinen Sonnenschutz“. Ich habe mich von der Temperatur täuschen lassen, dafür habe ich jetzt — eine rote Birne usw., na bravo!

Eine Antwort zu „FIG.FOZ“

  1. Gratuliere wiederholt. Sehr toller, launischer Tagesbericht. Kann nur gratulieren. Alles Gute weiterhin und pass gut auf. Ich brauch dich notwendig dann GlG.

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