Schon lange, bevor die Sonne ihren Höchststand erreichte, machte ich mich auf den Weg, um die Geschichte dieser Stadt zu erforschen. Hier steht nicht nur der größte Teil der Stadt unter Denkmalschutz, nein, es befinden sich auch die größten erhaltenen Bollwerk-Befestigungsanlagen der Welt (!!) in ELVAS.
Vorerst aber noch zu dem 500-Jahre-Fest, das ich eigentlich heute besuchen wollte.

Erst in der Früh erfuhr ich, dass die heutigen Veranstaltungen fast allesamt im benachbarten spanischen Badajoz stattfinden. Dort, wo ich mich anfangs der Woche aufgehalten habe und morgen auf dem Weg nach MERIDA umsteigen werde. Pech gehabt, aber das kommt halt davon, wenn man nicht einmal portugiesisch kann … Aber dafür hatte ich für die Stadt selbst und deren Befestigungsanlagen mehr Zeit.
Interessant ist ja, dass auch heute noch ein Teil des Verkehrs in Richtung …

… durch dieses Tor führt:


Auch beachtenswert, dass man nachträglich auf diesem Torbogen eine Kirche errichtet hat.


Das Ausmaß der Befestigungsanlagen ist ebenso phänomenal wie unglaublich. Es verlangt einigen Respekt ab, wenn man überlegt, welche Bauwerke mit welchen Mitteln und welchem Material vor Jahrhunderten errichtet worden sind und teilweise mehr als ein halbes Jahrtausend überstanden haben.




Damit ihr euch ein ungefähres Bild über das Ausmaß von ELVAS und seiner Umgebung machen könnte, habe ich folgend ein Luftbild eingefügt (übrigens das einzige Foto, das nicht von mir stammt!).

Nach ungefähr zwei Stunden entlang dieser Anlagen kam dann das unerwartete Ende in Form dieses Gitters:

O. K., dachte ich mir, dann halt umdrehen, im Schloss selbst ein „agua sem gas“ konsumieren und weiter durch das denkmalgeschützte ELVAS.


Ui, fast vegessen hätte ich den teilweise noch erhaltenen Aquädukt. Wenn man bedenkt, dass die Bauarbeiten dafür vor über 500 Jahren begonnen haben und er eine ursprüngliche Länge von über 7 Kilometern hatte, so verschieben sich doch manche Sichtweisen!

So langsam wurde es Nachmittag – offenbar eine Zeit, zu der sich die Männer der Stadt zum Quatschen treffen.



Die Frauen – so scheint es – widmen sich eher weniger wortgewaltigen Arbeiten wie Blumen gießen, zusammenkehren usw.


Ich habe den späteren Nachmittag in Ermangelung auch nur geringster Sprach-kenntnisse nicht mit Quatschen verbracht, sondern habe eine Siesta (auf portugiesisch ??) eingelegt. Wohl wissend, dass in der größten Kirche der Stadt um 18:00 Uhr ein Sonntagsgottesdienst stattfindet, machte ich mich um 3/4 6 auf den Weg, um folgendes Schild an der Kirche vorzufinden:

Eine älter Dame, welche die gleichen Absichten hegte wie ich, erklärte mir wortreich aber leider unverständlich, wie man zu der Kirche kommt, wo heute ausnahmsweise der Gottesdienst zelebriert wurde. Interessanterweise ist es mir aber trotzdem gelungen, in relativ kurzer Zeit dorthin zu gelangen und ich sage euch: Jammerts nicht mehr über die unsrigen Messen, die heutige hat eine Stunde und 5 Minuten gedauert – doch ein bisschen heftig für eine ganz normale Sonntagsmesse. – Ein wenig in die Länge gezogen hat es sich halt auch durch den Umstand, dass die Lektorin bei der Lesung nicht die richtige Seite im Messbuch gefunden hat – zum guten Glück ist ihr der Kidane rasch zu Hilfe geeilt …

Zum Abschluss des Tages gehört sich natürlich ein Essen, welches ich mit Vorliebe in einem „Einheimischenbeisl“ einzunehmen pflege. Da darf man sich halt nicht wundern, wenn die Speisekarte ein paar fettige Fingerabdrücke aufweist …

… aber das sagt ja nichts über die Qualität der Speisen aus. Der Kabeljau-Reis war jedenfalls köstlich (leider viel zu viel) und hat incl. Salat nicht einmal 10 Euro gekostet.

Dann lassen wir diesen Sonntag halt ausklingen, heute ist der letzte Tag, an dem ich mit der Uhrzeit eine Stunde hinter euch bin. – Morgen geht die Reise über die spanische Grenze nach Badajoz und nach eineinhalbstündigem Aufenthalt weiter nach MERIDA.
Boa noite!

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