Denkt man an Andalusien, kommen einem gleich so klingende Namen wie Sevilla, Malaga, Granada oder Cordoba in den Sinn. Ein besonderer Tip ist jedoch die 110.000 Tausend Einwohner Stadt JAEN. Nicht nur wegen der Kathedrale, sondern auch wegen des jüdischen Viertels und vor allem auch aufgrund der unzähligen Olivenöl-Fabriken, die in und um JAEN beheimatet sind.
Lediglich eine Stunde beträgt die Fahrtzeit von Granada bis hierher — im Normalfall. Warum brauchten wir aber mehr als zwei Stunden? – Eigentlich wollten wir uns dieses kleine, nett gelegene Dörfchen anschauen:

Gesagt, getan – wir fuhren natürlich ins „centro ciudad“, nur um dann aus dem unheimlich engen Gassengewirr nicht mehr herauszufinden. Keine Chance, in diesen 2 Meter breiten Gassen abzubiegen (unser derzeitiger Skoda hat incl. der Spiegel 1,98 m). Als wir 5 ältere Menschen, die auf einer Bank saßen fragten, ob dies der richtige Weg nach Jaen sei, brachen sie in lautes Gelächter aus. Alle redeten zugleich und zeigten in die verschiedensten Richtungen. Ein paar Schweißausbrüche meiner Frau später glaubten wir, den richtigen Weg gefunden zu haben —- aber dann: Wir mussten mehr als 20 Minuten lang hinter einem Begräbniszug hinterher fahren:

Vorne ein weißer, blumengeschmückter Leichenwagen, dahinter „die Jugend“ in recht legerer Kleidung und wieder dahinter ein paar Fahrzeuge mit der älteren Generation. Dann WIR. – Nirgends gab es auch nur den Ansatz einer Straße oder eines Weges, der uns ermöglicht hätte, abzubiegen und so waren wir halt Teil des Begräbniszuges …
Ganz egal, von welcher Seite man Jaen ansteuert, es zeigt sich immer dasselbe Bild:


Olivenbäume, Olivenbäume und nochmals Olivenbäume. Offizielle Statistiken sprechen vom größten zusammenhängenden Olivenanbaugebiet der Welt mit ca. 200 Mio. (!!) Bäumen. Alleine in der Provinz Jaen gibt es über 300 Betriebe, die mit der Herstellung von Olivenöl und anderen Produkten aus Oliven zu tun haben.
Ein von Menschenhand geschaffenes Wunderwerk ist sicherlich die Kathedrale von Jaen.

Am frühen Morgen vom Schloss aus fotografiert, entfaltet sie bei weitem nicht die Pracht, die sie zeigt, wenn sie um die Mittagszeit von der Sonne beleuchtet wird:

Bedingt durch die gebirgige Umgebung könnte man fast meinen, man befände sich irgendwo in Südamerika.

Mit dem Bau begonnen wurde vor mehr als 500 Jahren, zwischendurch stürzte die Kuppel ein und so dauerte es beinahe 200 Jahre, bis der Bau vollendet war. Angeblich ist hier auch das Schweißtuch der Veronika aufbewahrt – dieses bekommt man jedoch nur jeden Freitag in der Früh für eineinhalb Stunden zu Gesicht.
Vom Kirchturm aus lässt sich die Stadt selbst und deren Umgebung aus einem ganz anderen Blickwinkel bewundern:


Eine ganz besonderes Erlebnis ist der Spaziergang durch das „jüdische Viertel“. Ein unübersehbares Wirr-Warr an engen und engsten Gassen lässt Google-Maps zu einer lebensnotwendigen Einrichtung machen, ohne die man nie mehr wieder herausfinden würde.


Immer wieder geben diese Gassen einen Blick frei entweder auf die Kathedrale oder auf eine der anderen unzähligen Kirchen:


Im nächsten Bild zu sehen: Hier fahren die Mopeds und Autos um die renatu-rierte Palme herum in 3 Richtungen, wobei die Gasse rechts nur minimal breiter ist als ein Kleinauto.

Am Rande der Stadt erhebt sich ein Hügel, auf dem sich ein Burg befindet, die zwischen dem 9. und dem 13. Jahrhundert erbaut bzw. umgebaut wurde. Ein paar Meter weiter ein weißes Kreuz, welches schon 1246 (!!!) errichtet wurde, als die Stadt Jaen erobert wurde.




Noch ein Nachtrag zu GRANADA: Wie bereits in meinem damaligen Blog erwähnt, sind dort an beinahe jeder Straßenecke Bäckereien oder Süßigkeits-geschäfte zu finden. Da konnte ich mir doch beim besten Willen die wohl größte Cremeschnitte der Welt (ca. 10 x 10 x 15 cm) nicht entgehen lassen:

Was das mit Jaen zu tun hat? Nun, einen Tag später – eben in Jaen – schaute das Ding dann schon ein wenig anders aus:

… und am 2. Tag in Jaen dann so – Papier OHNE Cremeschnitte.

Wenn euch noch der Preis für dieses süße Etwas interessiert: Ganze 4 €!
Sodala – genug der süßen Geschichten – in Blog # 47 erwartet euch CORDOBA!
Hasta luego!

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