Heute einmal ein Bericht ohne Kathedralen, ohne Schlösser, schöne Häuser und enge Gassen.
Letzte Woche habe ich angekündigt, euch zu erklären, was es mit diesem Foto auf sich hat:

Nun, auf der Fahrt von Jaen nach Cordoba beschlossen wir etwa auf halbem Weg, eines dieser ausgezeichneten Restaurants zu besuchen, die sich direkt an der Straße befinden und die besonders gerne von Lastwagenfahrern frequentiert werden. Wir staunten nicht schlecht, als am Parkplatz ca. 8 – 10 Polizeiautos standen, welche von zwei Polizisten bewacht wurden.
Noch mehr staunten wir, als im Restaurant ungefähr 30 Uniformierte saßen und sich das Essen schmecken ließen – alle natürlich in voller Adjustierung, mit Pistole usw.

Natürlich ließ es mir keine Ruhe und nach ein bisschen Herumfragen konnte ich einen davon ausmachen, der des Englischen ein wenig mächtig war.

Pablo erzählte mir, dass er und seine 28 Kollegen aus SEVILLA seien. Auf meine Frage hin, warum sie dann ausgerechnet hier (ca. 150 km entfernt) …

… essen würden, erklärte er, dass sie allesamt beim Papstbesuch in Madrid eingeteilt waren und sich am Heimweg nach Sevilla befanden. Einer der Polizisten hat dieses Restaurant anscheinend gekannt. Zwei der Kollegen waren tatsächlich abgestellt, um die Polizeiautos zu bewachen, da diese in Spanien oft Ziel von Anschlägen seien.
Zurück zu unserem Mittagessen: In diesem Lokal gab es nur ein „Menu Diario“, also ein Tagesmenü. Die Speisekarte bestand aus einem Kassazettel, der am Tisch lag und die Auswahlmöglichkeiten beinhaltete:

Unsere zwei Vorspeisen:

… die beiden Hauptspeisen:

Nachspeisen:

Kostenpunkt pro Person für die obigen 3 Gänge sowie Brot und Getränk: 15 Euro. Solche Tagesmenüs bekommt man allerdings mancherorts auch schon um unter 10 Euro. Den Vogel abgeschossen hat aber wohl eines der Lokale in Cordoba:

Ein Pfiff um 99 Cent, ein Tapa um 99 Cent und ein Cocktail um € 4.50,- … auch das gibt es noch in Spanien, sogar in Großstädten!
Es gibt aber auch noch andere erfreuliche Dinge aus diesem Land zu berichten: Ich hab mir heute (16. Juni, 18:00 Uhr) den aktuellen Benzinpreis in Silz und Umgebung angeschaut – die günstigste Tankstelle ist in Oetz mit einem Preis von € 1.78,- pro Liter.

Nun hat Spanien genauso wie Österreich kaum eigene Erdölvorkommen. Aber siehe da – folgenden Preis habe ich gestern nachmittags in der Nähe von Vic (ca. 70 km nördlich von Barcelona) entdeckt:

50 (in Worten: fünfzig) Cent pro Liter billiger als bei uns daheim. Und da reden unsere Politiker von „Spritpreisbremse“ – entschuldigt bitte, aber das klingt eher nach Komödienstadel …
Was solls – uns freuts, immerhin kostet eine Tankfüllung bei unserem Leihauto in Spanien um 25 Euro weniger als in Österreich – eine Erklärung für derartige Preisunterschiede würde mich allerdings brennend interessieren!
P. S.: Hab jetzt ein bisschen nachrecherchiert: Spanien hat die Mineralölsteuer auf das von der EU vorgegebene Minimum gesenkt — aber das ist ja bei uns offenbar verboten (oder man will nicht oder man kann es nicht) …
Wie auch immer – es gab heute genug zu berichten, deshalb kommt mein CORDOBA-Blog erst beim nächsten Mal — und: In Bälde gibt es einen Blog zum Thema „Tapas in Spanien“.
Hasta luego!

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